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Homberg
Ein Jugendzentrum auch für Homberg

Homberg: Ein Jugendzentrum auch für Homberg
Im ehemaligen katholischen Gemeindezentrum an der Herrnhuter Straße sind derzeit Flüchtlinge untergebracht. Der Tus Homberg will es kaufen, die SPD will dort ein Jugendzentrum etablieren. FOTO: Achim Blazy
Homberg. Das Café du Nord im Lutherhaus platzt aus allen Nähten. Die SPD vor Ort fordert eine eigene Einrichtung im alten Gemeindezentrum. Von Joachim Preuss

Braucht der Stadtteil ein eigenes Jugendzentrum? Die Politik meint "ja", allein der Standort ist noch offen. Die SPD könnte sich nach wie vor das ehemalige katholische Gemeindezentrum als neuen Jugendtreff gut vorstellen.

Im jüngsten Bezirksausschuss Homberg/Schwarzbach konnte man sich aber nicht auf eine gemeinsame Linie bei der Standortfrage einigen: Denn der unter akutem Raummangel leidende TuS Homberg hat ebenfalls ein Auge auf das mittlerweile in städtischem Besitz befindliche Gebäude geworfen.

Anne Korzonnek, SPD-Ratsfrau aus Homberg, und SPD-Fraktionschef Christian Wiglow verweisen auf den enormen Bedarf für einen solchen Jugend-Treff. Seit vielen Jahren bereits setzen sich die Genossen vor Ort nach eigenen Angaben für Jugendangebote ein: So sei das Café du Nord im Lutherhaus überhaupt erst entstanden. Das Abendcafé dort werde nach einer SPD-Initiative nun jeden Freitag angeboten und erfreue sich größter Beliebtheit. Korzonnek: "Regelmäßig besuchen über 40 Jugendliche diesen Treff, darunter sind mittlerweile auch viele Flüchtlinge."

Wiglow verweist auf Tiefenbroich: Auch dort habe es ein ähnliches Angebot aus kirchlichem und städtischen Angebot gegeben. Daraus sei das städtische Jugendzentrum "Phönix" entstanden. Und überhaupt: "In allen anderen Stadtteilen gibt es Treffs oder Jugendzentren. In Homberg gibt es nur das Café du Nord", so Korzonnek. Etwa 600 Jugendliche gebe es in Homberg. Sie bräuchten einen Treffpunkt: "Man muss ihnen eine Heimat geben." Immer wieder zögen Jugendliche nachts durch die Straßen und randalierten. Das müsse nicht sein.

Auch die Verwaltung hatte Anfang des Jahres festgestellt: "Insbesondere auf dem Spielplatz Ulmenstraße gab es in den vergangenen Wochen Beschwerden von Anwohnern, dass Jugendliche sich hier treffen, Alkohol konsumieren und den Platz verdrecken." Zu diesen Jugendlichen bestehe aber über die mobile Jugendarbeit Kontakt. Insgesamt kam das Jugendamt aber zu der Auffassung, dass "Homberg aktuell über ausreichende Raum- und Personalressourcen verfügt, um ein bedarfsgerechtes und attraktives Angebot für Kinder und Jugendliche im Stadtteil vorzuhalten". Und: "Ein Bedarf für ein eigenes Jugendzentrum wird zurzeit nicht gesehen."

Norman Schröder, Juso-Vorsitzender, sieht das ganz anders. Er zählte mehrfach knapp 70 Besucher beim Abendcafé: Teilweise müssten 15 bis 20 Jugendliche sogar draußen stehen. Die Räume im 60 Jahren alten Lutherhaus seien viel zu klein. Auch gebe es Schimmel-Probleme. Über die sanitären Einrichtungen mochte er nicht reden. Schröder berichtete ebenfalls von Jugendgruppen, die seit etwa einem Jahr randalierend durch den Ortsteil zögen. Ihm sei klar: Die Verwaltung wolle Personal sparen. "Jetzt ist die Politik gefragt, Konzepte für ein Jugendzentrum zu entwickeln."

Eine Konkurrenz zum TuS sehe er nicht. Im Gegenteil: Er könne sich in dem Gebäude durchaus Kooperationen vorstellen. Der allerdings, so Herman Pöhling, Grüner Fraktionschef, habe den Kauf des Gebäudes im Auge. Der Stadt liege auch bereits ein Konzept vor.

Das Thema Jugendzentrum ist alt und wurde von der Verwaltung stets mit dem Hinweis auf eine mangelnde Nachfrage abgetan. Doch will die SPD den nächsten Schritt unternehmen und hat einen Antrag für den Doppelhaushalt 2016/2017 gestellt. Korzonnek: "Damit wir schon mal eine Haushaltsnummer haben." Zurzeit sind in dem ehemaligen katholischen Gemeindezentrum Flüchtlingsfamilien untergebracht.

Quelle: RP
 
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