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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Ein Kolleg gerät unverschuldet in Not

Ratingen. Lob für das Franz-Rath-Kolleg hatte in der Vergangenheit wenig mit Sonntagsreden zu tun, sondern war ernst gemeint und angebracht. Zwar hat die Weiterbildungseinrichtung selten auffallende Werbung in eigener Sache betrieben, aber sie gehörte und gehört auch so in die Ratinger Bildungslandschaft. Dort sollte sie verankert bleiben, falls sich dazu eine tragbare Lösung findet. Allerdings sieht es noch nicht danach aus.

Die Anmeldezahlen sind eingebrochen. Und die Gründe hierfür sind überwiegend nicht hausgemacht. Wenn ein 16-Jähriger nun im zweiten Anlauf zu seinem Schulabschluss kommen will, dann kann das aufgrund neuer Bestimmungen in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Weiterbildungskollegs zum finanziellen Problem für ihn werden. Verschärfte Regelungen beim Bafög tun ein Übriges. Das hat der Trägerverein der Stadt unmissverständlich klargemacht.

Mit anderen Worten: Die Abwärtsspirale ist nicht von Ratingen aus in Gang gesetzt. So stehen Schulpolitiker vor Ort vor einer wenig beneidenswerten Gemengelage, um nicht zu sagen, vor einem Scherbenhaufen. Denn es sieht danach aus, als werde der Schulabschluss an Kollegs künftig mehr und mehr zur Geldfrage für den Einzelnen. Das bedeutet: Selbst wenn es gelänge, dem Kolleg in der Theorie zu mehr Anmeldungen zu verhelfen, dann werden es sich die potentiell Angesprochenen dreimal überlegen, ob sie sich ihren Abschluss oder ihre Zusatzqualifizierung leisten können oder wollen.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Weiterbildungskollegs auf diese Art schulpolitisch durch den Rost fallen. Das ist nach 60 Jahren erfolgreicher Arbeit an der Ratinger Schützenstraße eine gallebittere Erkenntnis.

Quelle: RP
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