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Ratingen
Ein Luthermahl mit vielen Zutaten

Ratingen: Ein Luthermahl mit vielen Zutaten
Vorfreude (v.l.): Frank Oberbanscheidt, Frank Schulte, Gerhard Pulla, Dagmar Argow, Christa Brockelmanns und Dr. Gert Ulrich Brinkmann. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Präses Manfred Rekowski stellt am Montag die neue Lutherbibel vor. In der evangelischen Stadtkirche werden mehr als 200 Gäste erwartet. Von Joachim Preuss

Um über 200 Gäste am Reformationstag in der Stadtkirche zu beköstigen, muss Pfarrer und Hobbykoch Frank Schulte noch einen Großeinkauf erledigen. Beim vierten Luthermahl am Montag, 31. Oktober, 12 Uhr, wird er "Jakobs Linseneintopf" servieren - ein biblisches Gericht, vegetarisch, ein wenig multikulturell gewürzt. Pfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann stellte mit seinen Kollegen vom Orga-Team das Programm des Reformationsmahls vor: Es ist ein Meilenstein hin auf 2017, wenn die Protestanten 500 Jahre Reformation feiern.

Die wichtigste Zutat bringt Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, mit: ein druckfrisches Exemplar der revidierten Lutherbibel. "Rekowski hat hat zugesagt, weil er die Veranstaltung interessant fand", freut sich Brinkmann über den prominenten Gastredner. Er werde die neue Bibel vorstellen, an der die Kirche fünf Jahre lang gearbeitet habe: "Satz für Satz wurde umgedreht." Stimmt die Übersetzung? Ist die Sprache noch angemessen? Dabei habe man auch auf die erste Übersetzung Luthers geschaut. Luthers teilweise "kernige Sprache" habe sich am Volk orientiert, so wie es auf dem Markt gesprochen wurde. Er habe dem Volk "aufs Maul geschaut". Kein anderes Buch habe die Sprache bis heute so sehr geprägt wie die Lutherbibel, sagte Brinkmann. Die Leute damals sollten die Bibel lesen und verstehen können - gleichzeitig mit Erfindung des Buchdrucks habe die Reformation eine Bildungsbewegung in Gang gesetzt. Eine "Medienrevolution", die vergleichbar sei mit der Einführung des Internets, so Brinkmann.

Bereits am Eingang werden Posaunenklänge des Ruhr-Brass-Quintetts die Gäste empfangen. "Fast wie Glockengeläut", so Brinkmann. Bürgermeister Klaus Pesch ist Schirmherr und wird ein Grußwort sprechen. Nach Rekowskis Tischrede gibt es dann die Suppe. Nach dem Möhreneintopf im vergangenen Jahr nun Linsen. Mit diesem Gericht habe Jakob seinem älteren Bruder Esau das Erstgeburtsrecht abgejagt, so Schulte. "Linsengericht" bezeichnet im übertragenen Sinne eine verlockende, in Wahrheit aber geringwertige Gabe im Tausch für ein sehr viel höherwertiges Gut. Schulte garantiert aber: "Sie macht satt und schmeckt." Dazu wird Wasser und Brot gereicht - freundlich gesponsert beziehungsweise frisch gebacken von Haaner Felsenquelle und Bäckerei Steingen.

Fürs Drumherum sorgen Frauen und Männer aus dem Beschäftigungsprojekt der NeanderDiakonie. Es gilt, morgens das Gotteshaus auszuräumen, die schweren Kirchenbänke gegen Biergartentische und -bänke zu tauschen und ansprechend einzudecken. Große Fotos helfen dabei, eine gewisse Ordnung einzuhalten. Das Equipment wird von Rent4event zur Verfügung gestellt. 100 Gäste werden eingeladen, weitere 100 können sich anmelden unter Telefon: 02102 10910.

Quelle: RP
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