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Lintorf
Ein Schreiber macht Lust auf Lesen

Lintorf: Ein Schreiber macht Lust auf Lesen
Lintorf. Die Johann-Peter-Melchior-Grundschule bekam Besuch von Kinderbuchautor Claus Günter Korn aus Essen. Von Monika von Kürten

Gerät der Reiz eines Buches immer weiter in den Hintergrund? Für viele Kinder und Jugendliche sind Computer, Internet und Fernsehen interessanter als Lesen. Wird die Freude daran nicht wieder erweckt, bleibt die für die Weiterentwicklung wichtige Lesekompetenz auf der Strecke. Das hat man so an der Lintorfer Johann-Peter-Melchior-Grundschule erkannt.

Und will sich nicht damit abfinden, sondern aktiv für das Lesen werben. Das kann auf verschiedene Arten geschehen und wird auch gepflegt. Für die Schülerinnen und Schüler der Johann-Peter-Melchior Schule (JPM) gehören Autorenlesungen längst zum regelmäßigen Schulprogramm. Leseforscher haben nämlich herausgefunden, dass der Stellenwert des Vorlesens gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, um den Kindern die Freude am Buch zu vermitteln. Lesungen von den jeweiligen Schriftstellern selber sind in ganz besonderem Maße dazu geeignet, das Interesse an Büchern zu wecken und zu fördern.

Darüber hinaus bieten sie eine gerngesehene Abwechslung im Unterrichtsablauf und eröffnen zusätzlich ganz neue Möglichkeiten, sich mit Literatur zu beschäftigen. Die Schüler selber finden es spannend, einmal einen "echten Schriftsteller" kennenzulernen und vielleicht ein von ihm signiertes Buch zu erwerben. Schulleiter Heinz Peter Schreven lädt gerne Autoren in die Schule ein. "Es waren schon die Herren Knister, Guido Kassmann, Joachim Friedrich und Jan Cornelius zu Gast, um ihre Werke zu präsentieren", berichtete der Rektor. In diesem Jahr war es Claus Günter Korn, der aus seinem Kinderbuch "Die Lachmöwe Hugo" vorlas.

Begleitet wurde er von seiner Schwester Annette Robens. Sie war bis zu ihrer Pensionierung lange Zeit Lehrerin an der Johann-Peter-Melchior-Schule gewesen. Jetzt organisiert sie für ihren Bruder die Lesereisen durch das Ruhrgebiet und hatte den Kontakt zu ihrer alten Schule hergestellt.

In zwei Gruppen lauschten an diesem Tag die Erst- und Zweitklässler der Geschichte der Möwe Hugo, die aufgrund von heftiger Traurigkeit gar nicht mehr lachen kann. Sie fieberten mit, wie ihre Freunde versuchten, sie wieder fröhlich zu machen und ihr ein Lachen auf den Schnabel zu zaubern. Die Kinder konnten auch die bunten Illustrationen aus dem Buch bewundern, denn Korn hatte sie in großer Original-Ausführung zur Ansicht mitgebracht.

Mit Gesprächen und Fragen zu dem Text und den Bildern unterbricht der Autor immer wieder seine Lesung, damit die jungen Zuhörer intensiver an der Geschichte teilhaben können und sie nicht zu unruhig werden. Er geht gerne auf Autorenlesungen, vor allem in Grundschulen. "Die Schüler sind ein sehr dankbares Publikum. Und manche Bemerkungen von ihnen sind wirklich zu schön", sagte Korn, selber Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Söhnen.

Für sie hatte er vor knapp 40 Jahren die Geschichte geschrieben, die dann für lange Zeit zunächst in der Versenkung verschwand und erst vor zwei Jahren als Buch herausgegeben wurde.

Quelle: RP
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