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Rp-Serie Mein Tag
Ein Schwimm-Meister gibt am Becken den Ton an

Ratingen. langenfeld (dora) Der Tag startet früh. Sehr früh. Gegen 4.30 Uhr klingelt der Wecker von Joshua Schumacher. Sein Arbeitstag beginnt etwa eine Stunde später. "Man gewöhnt sich an alles", meint der 24-Jährige. "Das Gute ist, dass ich auch entsprechend früh Feierabend habe." Da bleibe noch viel Zeit vom Tag übrig - etwa zum Wakeboarden. Seine Affinität für das kühle Nass brachte ihn auch in seinen Beruf. 2008 begann er seine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe. "Es ist ein schöner Beruf, der trotz der Routine viel Abwechslung bringt", findet der gebürtige Hagener. Nach Arbeitsbeginn um 5.30 Uhr entnimmt Schumacher zunächst einige Wasserproben in den Katakomben. Unter anderem werden Chlorgehalt und pH-Wert gemessen. Gegebenenfalls justiert Schumacher nach, damit die Werte wieder dem Standard entsprechen. Die restliche Zeit bis zum Start des Badebetriebs um 6.30 Uhr verbringt er mit Reinigungs- und Wartungsarbeiten. Auch die Grünpflege auf dem Gelände ist teilweise seine Aufgabe. Der Ablauf der ersten Stunde verändert sich von Tag zu Tag kaum. Interessanter wird es hingegen, wenn die ersten "Kundenkontakte", wie Schumacher es umschreibt, stattfinden. "Wie in jedem Beruf, in dem man vor allem mit Menschen arbeitet, gibt es immer wieder Überraschungen", sagt er. Der Ablauf der Prüfungen für das Seepferdchen, Schlösser, die sich nicht öffnen lassen, kurzzeitig "verlorene" Kinder, Beschwerden aller Art, vergessene Badeanzüge, Probleme mit den Duschen, Sonnenstiche, aufgeschlagene Knie oder Schwindelgefühle - es sei für Außenstehende kaum nachvollziehbar, was für Probleme und Fragen in einem Schwimmbad auftreten können, findet Schumacher: "Kein Tag ist wie der andere." Bei Blessuren und Notfällen könne er schnell helfen. "Das ist ein Teil unserer Ausbildung, der jedes Jahr aufgefrischt werden muss." Er müsse sich allerdings auch ab und an zum "Buhmann" machen, bedauert der 24-Jährige. "Es gibt natürlich ein paar Sachen, die gar nicht gehen", betont er. "Das Springen vom Beckenrand ist nur ein Beispiel." . "Nutzen Worte nichts, kann ich den Schwimmbadtag notorischer Störenfriede beenden." Aber das sei eine Maßnahme, zu der er nur sehr ungern greife. "Die meisten sind verständig." Kurz vor Feierabend um 14 Uhr prüft er erneut die Wasserwerte - und übergibt anschließend an einen Kollegen.

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Quelle: RP
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