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Heiligenhaus
Ein Supermarkt mit Senioren-Service

Heiligenhaus. Der Rewe-Markt an der Hauptstraße wurde ausgezeichnet. Den Problemen durch den Innenstadt-Umbau begegnet Inhaber Bernd Wacket mit verschiedenen Aktionen. Von Stefan Mülders

Der Stadtumbau hat die Einzelhändler schon viele Nerven gekostet. Reihenweise klagen sie über Umsatzeinbußen und rückläufige Kundenzahlen. Auch der Rewe-Markt – zunächst rückseitig betroffen durch den vorübergehenden Wegfall der Parkplätze auf dem Basildonplatz und jetzt vorderseitig durch den Umbau der Hauptstraße – merkt die Auswirkungen. Doch Inhaber Bernd Wacket bemüht sich um seine Kundschaft, sowohl durch eigene Aktionen wie auch durch gemeinsame Vorstöße mit dem Arbeitskreis Einzelhandel im Stadtmarketing. "Den Rückgang der Kundenzahlen bemerken wir schon seit dem Umbau der ehemaligen Ladestraße", sagt Wacket. "Aber in Heiligenhaus musste etwas passieren, darum bewerte ich die Maßnahmen grundsätzlich positiv." Damals musste er vorübergehend den Zugang über den Aufzug an der Rückseite schließen und vorne auf der Hauptstraße gab es einfach nicht genug Parkplätze in unmittelbarer Nähe. Da zog es die Kundschaft wohl eher zur Selbeck. "Jetzt hat sich die Situation hinten entschärft, dafür kommen deutlich weniger Kunden über die Hauptstraße." Auf der anderen Seite profitiere Rewe aber auch vom Wegzug der beiden anderen Lebensmittelläden. "Allerdings hat sich das Verhältnis von Aufwand und Ertrag dadurch verändert." Die ehemaligen Discounter-Kunden kauften eher geringpreisige Artikel. Wacket stellte deshalb zwei weitere Mitarbeiter ein, um den täglichen Warenumschlag bei über 17 000 Artikeln bewältigen zu können.

"Wir freuen uns darüber, dass uns viele Kunden die Treuer halten. Aber sie kommen zurzeit seltener zu uns als früher." Um die Kundschaft bei Laune zu halten, baut Wacket nicht nur auf die zentralen Rewe-Aktionen wie Bonuspunkte oder Sammelartikel. Erst kürzlich erfreuten sich über 1 000 Marktbesucher an der Glücksrad-Aktion. Hauptpreise wie Bollerwagen, Toaster oder Kaffeemaschine wechselten den Besitzer. Selbst, wer eine "Niete" drehte, durfte sich noch über kleine Geschenke freuen. Darunter zählten auch Gläser, Tassen oder Kühltaschen.

Kaum etwas dazutun musste Bernd Wacket, als sein Geschäft vor kurzem mit dem Qualitätszeichen für generationenfreundliches Einkaufen ausgezeichnet wurde. Das Besondere dabei: Als erster und bisher einziger Markt in Nordrhein-Westfalen erfüllt das Rewe-Geschäft an der Hauptstraße den fast 60 Fragen starken Prüfungskatalog zu 100 Prozent. "Darauf sind wir sehr stolz, aber die meisten Punkte habe ich bereits eingeführt, als ich das Geschäft vor 13 Jahren übernommen habe." Neben dem großzügigen Eingangsbereich und der Sitzbank mit Wasserspender nebendran gehören auch niedrige Regalhöhen, ein großes Warensortiment mit gut lesbaren Preisschildern, ausreichend Parkplätze und breite Gänge zu den Kriterien. Letztere machen auch einen Begegnungsverkehr zwischen Einkaufswagen und Rollatoren oder Kinderwagen möglich. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beratung. "Unsere Mitarbeiter begleiten den Kunden zur Ware und weisen nicht nur auf Gang und Regal hin, in dem er den gewünschten Artikel findet." Mit relativ großem Aufwand ist der Lieferservice verbunden, der deshalb einen Mindestumsatz von 30 Euro verlangt, zuzüglich einer Service-Gebühr von fünf Euro. Rund 300 Kunden nutzen die Möglichkeit, sich über das Liefertelefon 02056 961233 versorgen zu lassen (Fax 69375).

Auch in Zukunft will Bernd Wacket sich mit Aktionen für seine Kunden stark machen. Für die Vorweihnachtszeit plant er die Wiederholung einer Foto-Aktion, außerdem beteiligt er sich aktiv an den Planungen der AG Einzelhandel im Stadtmarketing zur Belebung der Plätze entlang der Hauptstraße.

Quelle: RP
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