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Ratingen
Eine bunte Meile würdigt das Ehrenamt

Ratingen. Zum Auftakt der 12. Woche des bürgerschaftlichen Engagements haben sich mehr als zwei Dutzend Vereine und Gruppen angemeldet. Von Dirk Neubauer

Es fehlte ein Kinderbett. Und das Geld, ein neues Bettchen zu kaufen. In dieser Situation wandte sich eine Alleinerziehende an die Facebook-Plattform "Zu verschenken in Ratingen und Umgebung". Gründerin und Administratorin Madeleine Sakalla ist noch immer stolz darauf, wie das Netzwerk von rund 4500 Ratingern reagiert hat: "Innerhalb von wenigen Stunden hatten wir das Bett zu der Mutter gebracht und aufgebaut." Es sind solche Erfolgsgeschichten, die immer noch zehn bis fünfzehn Menschen pro Tag neu zu der Gruppe hinzustoßen lassen. Madeleine Sakalla selbst bekam gestern aus der Hand von Bürgermeister Klaus Pesch eine Ehrenamtskarte für ihren Einsatz.

Die Angestellte der Volkshochschule ist in doppelter Hinsicht ungewöhnlich. Mit 42 ist sie eine der jüngeren Ehrenamtlerinnen in Ratingen; der Altersdurchschnitt liegt deutlich darüber. Und: In ihrem Fall steht keine Institution, kein Verein dahinter. Sakalla wollte ursprünglich etwas verschenken - daraus ist die Gruppe entstanden, deren Verwaltung mittlerweile fünf Ehrenamtler untereinander aufteilen.

Für Menschen wie sie wird am kommenden Samstag, im Schatten von Peter & Paul die zwölfte Ehrenamtsmeile aufgebaut. "Wir wollen die vielen Angebote in Ratingen bekannt machen, neue Ehrenamtler gewinnen und untereinander netzwerken", sagt Erhard Raßloff, Sprecher des Kompetenzteams "Ehrenamt in Ratingen". Er freut sich ausdrücklich darüber, dass sich an 25 Ständen so viele Vereine, Gruppen und Institutionen auf der Ehrenamtsmeile zeigen wie nie zuvor.

Der Fluch der guten Tat: Zusammen mit dem Wochenmarkt und den gleichfalls aktiven Wahlkämpfern der Parteien wird der Platz knapp. Zudem trauen sich in Peter & Paul zwei Liebende - weshalb auf eine laute Musikuntermalung der Ehrenamtsmeile in diesem Jahr verzichtet wird.

Aus dem großen und bunten Ehrenamts-Angebot der Meile seien drei Details herausgegriffen: Die Jugendfeuerwehr Ratingen wird allen Interessierten die "Notfalldose" nahebringen. Darin können allein lebende Menschen ihre medizinischen Befunde und Medikationen sammeln - damit im Notfall der Notarzt auf einen Blick erkennen kann, mit welcher Vorbelastung der Patient in eine akute Behandlung gekommen ist.

Die Dumeklemmer Stiftung kommt mit dem neuen Buch "Mein Ratingen 2025" auf den Markt. Darin beschreiben Ratinger Autoren, wie sie sich die Zukunft der Stadt vorstellen. Die Vorsitzende Ina Bisani schwärmt von der Kreativität der Beitragenden und nennt 9,90 Euro als Kaufpreis. Die Startauflage liegt bei 300 Exemplaren.

Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde wird Besucher und Ehrenamtler erstmals mit Spezialitäten aus der pakistanischen Küche versorgen.

Die kommende Woche ist ebenfalls ganz dem bürgerschaftlichen Engagement gewidmet. Inklusive dem großen Kinderfest zum Weltkindertag am Freitag 15.9., von 15 bis 19 Uhr auf dem Marktplatz. Die weiteren Veranstaltungen finden Sie in unserer Info-Box.

Quelle: RP
 
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