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Ratingen
Eine Reise in die eigene Geschichte

Ratingen. Die Kings of Floyd erinnerten in der Stadthalle an die erfolgreichsten Hits von Pink Floyd. Von Wolfgang Schneider

Jetzt ist die altehrwürdige Stadthalle im schicken Plattenbaudesign nicht unbedingt bekannt als Ort für Konzerte, die echte Musikgeschichte schreiben könnten. Nichts gegen die Topbands des Karnevals, die regelmäßig den Saal rocken, aber das, was die Kings of Floyd dort boten, war schon eine ganz andere Liga. Nicht umsonst gilt die Gruppe als so ziemlich das Beste, was es an Pink Floyd-Coverband so gibt.

Und so war der Abend in der Stadthalle für manch einen, der heute überwiegend als seriöser Firmenchef oder leitender Angestellter unterwegs ist, eine Reise in die eigene Geschichte - inklusive psychedelischer Klänge und einer beeindruckenden Lichtshow. Da fiel es selbst Besuchern schwer, die das Phänomen Pink Floyd aus Altersgründen gar nicht erlebt haben, sich nicht in den Bann dieser Musik ziehen zu lassen. Die siebenköpfige Band um den englischen Sänger und Gitarristen Mark Gillespie beeindruckte mit einer Reise durch die neun erfolgreichsten Jahre von Pink Floyd und ließ die Alben "Meddle" (1971), "Dark Side of the Moon" (1973) und das unübertroffene Meisterwerk "The Wall" (1979) förmlich greifbar durch den Saal schweben. Gitarren und Bass streckten ihre Fühler nach dem Publikum aus, ergriffen sie und zogen letztlich selbst den letzten Musikmuffel in ihren Bann. Beeindruckend war dabei vor allem Sänger Gillespie, der manch einem Altfan ein anerkennendes Kopfnicken abnötigte: Stimmlich kann er es definitiv mit Roger Waters aufnehmen. Und auch sein Smalltalk mit dem Publikum ist definitiv ein großer Spaß. Wobei Spaß? Bekanntlich hört für echte Pink Floyd-Fans der Spaß beim Covern der großen Songs auf, große eigene Variationen will niemand hören. Und so hielten es auch die Kings of Floyd, blieben fast ausschließlich direkt am Original, ohne sich in eigenen Interpretationen zu verlieren. Und wahrscheinlich liegt genau da der Erfolg der Band, sie kommen eben fast komplett an die echte Besetzung der Band heran, dass sich niemand gewundert hätte, wenn es plötzlich einen Puff gemacht hätte und alle in Schlaghosen und weiten Hemden mit einem Joint in der Hand vor der Bühne in wilder Extase getanzt hätten.

Quelle: RP
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