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Lintorf
Eltern-Haltestelle soll Kinder schützen

Lintorf. Die Bürger Union mahnt eine Haltezone in den Morgenstunden nahe der Lintorfer Eduard-Dietrich-Schule an. Von Karl Ritter

Dass viele Eltern meinen, es wäre für ihren Nachwuchs das Beste, mit dem Auto nahezu in die Schule gefahren zu werden, ist bekannt. Dass das zu durchaus gefährlichen Situationen im Straßen- und Fußgängerverkehr führen kann allerdings auch. Gerade an der Eduard-Dietrich-Schule auf der Duisburger Straße sind solche Situationen regelmäßig zu beobachten. Das wissen auch Schulleitung und -pflegschaft und hatten deshalb schon vor geraumer Zeit bei der Stadtverwaltung vorgeschlagen, in der Nähe auf der Wedauer Straße eine Eltern-Haltestelle einzurichten. Die Haltestelle würde sich etwa fünf Gehminuten von der Schule entfernt befinden. Mit einer solchen Einrichtung würde die Sicherheit der Kinder rund um die Schule verbessert werden, die zudem einen Teil ihres Schulweges selbstständig zurücklegen würden.

Vor fast genau einem Jahr fand an der zuvor einvernehmlich ausgesuchten Stelle auf der Wedauer Straße unmittelbar am Privatweg, der die Wedauer mit der Duisburger Straße verbindet, ein Ortstermin mit Mitarbeiterinnen des Ordnungs- und des Schulamtes statt.

Grundsätzlich zeigte sich die Verwaltung damals nach Angaben von Teilnehmern einverstanden mit der Idee. Es sollte aber noch eine Befragung der Anwohner erfolgen. Passiert ist seitdem nichts - im Gegenteil: Auf telefonische Nachfrage erhielten die Eltern die Auskunft des Ordnungsamtes, dass das Projekt nun doch nicht umgesetzt werde. Deshalb hat sich jetzt die Bürger Union eingeschaltet und möchte das Thema in der nächsten Sitzung des Bezirksausschusses behandeln. "Wir beantragen, dass bis zum Beginn des Schuljahres 2015/2016 auf der östlichen Seite der Wedauer Straße 22/26 in einer Länge von etwa 30 Metern eine Halteverbotszone mit dem Zusatzschild ,Kiss & Go von 7 bis 8 Uhr' eingerichtet wird'", heißt es in einem Schreiben an den Bürgermeister.

Die Einrichtung einer solchen Haltezone würde nach Ansicht der Bürger Union die Sicherheit für die Kinder stark erhöhen. Dies gelte nicht nur für die Kinder, die schon zu Fuß kommen, sondern auch für die Kinder, die mit dem Elterntaxi kommen und einen kurzen Schulweg zu Fuß zurücklegen.

"Wir sind überzeugt, dass sich zusätzlich Familien für den Schulweg zu Fuß entscheiden, wenn deutlich wird, dass sich die Situation rund um die Schule verbessert hat", so die Bürger Union weiter.

Anwohner der Wedauer Straße sehen das eher kritisch: "Ich kann mir nach meinen Beobachtungen nicht vorstellen, dass jemand mit seinem Auto hier hält und sein Kind raus lässt. Und wenn dem so wäre, könnte das auf unserer Straße zu einer deutlicheren Mehrbelastung durch fremde Autos führen", so eine Lintorferin, die selbst Mutter von zwei Kindern ist.

Die Idee, die Verkehrssicherheit vor Schulen in den Stoßzeiten durch besondere Haltemöglichkeiten zu verbessern, ist nicht neu.

So haben sich zum Beispiel in Hilden mehrere Schulleiter sehr intensiv mit dem Problem der sogenannten "Helikopter-Eltern" auseinander gesetzt, die ihre Kinder fast bis vor die Türe bringen. Dort sind - allerdings unmittelbar vor den Schulen - Haltebuchten eingerichtet, die morgens und mittags nur für die Elterntaxis freigegeben sind.

Ob dieses Projekt allerdings dazu beiträgt, dass bisweilen etwas rücksichtslose Verhalten mancher Eltern beim Transport ihres Nachwuchses einzudämmen, ist noch unklar: "Wir beobachten die Situation noch", so ein Polizeisprecher gegenüber dieser Zeitung.

Quelle: RP
 
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