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Heiligenhaus/Velbert
Eltern sollen mehr mit ihren Kindern reden

Heiligenhaus/Velbert. Mit einer Plakataktion wollen SKFM, Berufskolleg und Biker-Truppe "Heels on Wheels", Eltern daran erinnern. Von Sandra Kreilmann

Mal eben etwas nachschauen, eine Nachricht beantworten oder kurz ein bisschen im Internet surfen. Das Smartphone gehört längst zum Alltag. Das kleine Gerät mit den vielen Möglichkeiten lenkt aber auch gerne mal ab. Und das nicht nur im Straßenverkehr, ob zu Fuß oder hinter dem Lenkrad, auch im Umgang mit Kindern. Darauf möchte nun der SKFM in Kooperation mit dem Berufskolleg Bleibergquelle und der Biker-Truppe "Heels on Wheels" mit einer Plakataktion aufmerksam machen.

Die Plakate sind quietschgelb und springen sofort ins Auge. Darauf zu sehen, eine Mutter, die auf einem Kinderwagen lehnt und aufs Smartphone starrt. Und der klare Satz: "Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind." Zu finden sind die Plakate in Velbert und Heiligenhaus. Es gehe dabei nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern darum, Eltern zu erinnern, dass Kinder einen anderen Blickwinkel haben. "Alle sind ihrem Handy zugewandt, aber Gespräche untereinander oder auch mit anwesenden Kindern finden kaum noch statt. Die Kinder könnten den Eindruck gewinnen: Das Handy ist wichtiger als ich", erklären die Initiatoren. "Kinder können nicht einschätzen, mit wem wir gerade in unserem Smartphone sprechen, warum wir jetzt gerade lachen, aufgeregt, fröhlich, traurig oder auch ärgerlich sind. Kinder benötigen unseren Blickkontakt, müssen unsere Gesichter sehen und die Stimmen hören."

Unterstützung gab es für die Aktion von den Motorradfahrerinnen Irene Seidler und Katharina Sondermann, die sich zur Gruppe Heels on Wheels zusammengeschlossen haben. Sie gestalteten einen Kalender mit Fotos von Motorradfahrerinnen und ihren Gefährten auf zwei Rädern. Mit dem Erlös dieses Projektes von 3000 Euro wurde die Gestaltung des Plakates und die Öffentlichkeitsarbeit möglich. Die Bikerinnen hatten bereits im vergangenen Jahr Kontakt mit der Kinderschutzfachkraft des SKFM, Claudia Schmidt, aufgenommen und wollten ein neues Projekt im Rahmen des Kinderschutzes in Velbert und Heiligenhaus ermöglichen. Die Plakataktion gefiel den Bikerinnen, sie meinen: "Einfach mal an die eigene Nase packen."

Zur Auftaktveranstaltung waren Kinder der Gesamtschule Bleibergquelle sowie des Offenen Ganztages der Albert Schweitzer Grundschule mit an Bord. Sie beeindruckten mit Theaterszenen und selbst gestalteten Sprechblasen, in denen die Kinder die Aufmerksamkeit der Eltern einfordern. "Ich bin traurig, wenn meine Eltern mit dem Handy umgehen, wenn wir ein Spiel Familienspielen", schreibt eines der Kinder, ein anderes wünscht sich, dass die Eltern abends auch mal vorlesen, wie früher.

Quelle: RP
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