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Ratingen
Ende Juli ist der Gift-Boden ausgebaggert

Ratingen: Ende Juli ist der Gift-Boden ausgebaggert
Bauleiter John Janssen von Laarakkers erklärt jeden Schritt der Sanierung. Mit Info-Briefen hält er die Nachbarschaft rund um das Gelände auf dem Laufenden. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die Sanierung des Eisenhüttengeländes in Ost ist in der heißen Phase. Die Baustelle steht unter ständiger Kontrolle. Von Joachim Preuss

Ost Selten hatte es vor dem Start einer Baustelle so viele Bedenken gegeben wie in Sachen Eisenhüttengelände. Dort wird bekanntlich eine alte Brachfläche aus den Zeiten des Hüttenwerks komplett für künftige Wohnbebauung saniert. Das bedeutet: Das verseuchte Erdreich wird bis zur Lehmschicht mehrere Meter tief ausgebaggert und, je nach Belastung, auf entsprechenden Wegen entsorgt. Nicht belastetes Material wird am Ort gelagert und wieder vergraben. Nun wurde mit dem Abtragen des hochbelasteten Materials begonnen, doch die befürchteten Geruchsbelästigung sind offenbar nicht eingetreten. Das ergab die Antwort von Manfred Kessel vom Amt für Kommunale Dienste (Umweltamt) auf eine Anfrage von FDP-Fraktionschefin Hannelore Hanning.

So soll nach dem Bebauungsplan Ost 386 die künftige Bebauung des Eisenhüttengeländes einmal aussehen. FOTO: Stadt Ratingen

Die Ratsfrau hatte sich, ebenso wie Kollegen, im Vorfeld stets für eine optimale Kontrolle dieser Sanierung mitten in einem Wohngebiet eingesetzt. Nach wie vor werden das Gelände und die dortigen Arbeiten von den Anwohnern kritisch beäugt. Doch nach ein paar Beschwerden, die allesamt von der ausführenden Firma, Laarakkers aus den Niederlanden, offensiv behandelt wurden, ist alles ruhig rund um die Baustelle. Dazu trägt auch die kommunikative Art des Bauleiters, John Janssen, bei. Er ist für Fragen der Anwohner stets erreichbar, seine Handy-Nummer hängt am Eingang der Baustelle aus. Auch Info-Briefe, mittlerweile ist der dritte verteilt worden, sorgen für die Information der Anwohner.

Zum Stand der Dinge teilte Kessel jetzt mit, dass man mit der Auskofferung des hochbelasteten Materials begonnen habe. Das sei auch im jüngsten Info-Brief mitgeteilt worden. Es gehe um den mit Schweröl verseuchten Boden, so Kessel: "Diese Bodenkontaminationen enthalten flüchtige organische Verbindungen, welche zum Teil aufgrund ihrer niedrigen Geruchsschwelle zu starken Geruchsemissionen führen." Der Gestank könne je nach Wind in die Nachbarschaft "verdriften". Kessel betont jedoch: "Da es hierbei zu einer starken Verdünnung in der Atmosphäre kommt, werden bei ständigen Kontrollmessungen schon im Sanierungsbereich keine erhöhten Schadstoffkonzentrationen erfasst." Durch die Einrichtung eines "Schwarz-Weiß-Bereiches" sowie durch ständige Kontrollen des Sicherheitsbeauftragten werde auch der Schutz der Mitarbeiter gewährleistet. Das abgepumpte Wasser wird, wie bereits berichtet, mittels Aktivkohlefilter gereinigt und ebenfalls durch chemische Analysen überwacht.

Nun wolle die Bauleitung durch den Einsatz eines zweiten Baggers die Auskofferung beschleunigen, um den Zeitraum möglicher Geruchsbelästigungen so kurz wie möglich zu halten. Reinigungen der Baustelle sowie Abdeckplanen sollen nach Arbeitsende mögliche Emissionen zurückhalten.

Bis Ende Juli solle nach Einschätzung des Gutachters der hochkontaminierte Bereich saniert sein: Danach sei nicht mehr mit Geruch zu rechnen. Und: "Die Überwachung der Sanierungsarbeiten sowie der Entsorgung erfolgt permanent durch den beauftragten Fachgutachter sowie durch die zuständige Kreisbehörde." Das Gelände ist in Besitz von Laarakkers und soll saniert verkauft werden.

Quelle: RP
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