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Heiligenhaus
"Erschreckende Baustraßen"

Düsseldorf. Baufahrzeuge werden vor allem die Wülfrather Straße und die Heidestraße als Zufahrtswege zur künftigen Großbaustelle A 44 nutzen. Die Dauer des Lückenschlusses ist auf vier bis fünf Jahre veranschlagt. Von Paul Köhnes

Mit gemischten Gefühlen – wenn auch in der Sache eindeutig positioniert – reagierte gestern Angelika Binkowski-Nimmert auf die Nachricht, dass der Spatenstich für die Heiligenhauser A 44-Anbindung unmittelbar bevorsteht. "Die Stadt braucht die Autobahn, um weiter existieren zu können, um neue Firmen ansiedeln zu können", sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Bürgervereine. Trotzdem werde ihr mulmig zumute, wenn sie an die Auswirkungen der dann beginnenden Bauarbeiten denke.

Vor dem ersten Spatenstich, der inzwischen für Montag, 26. April, vorgesehen ist (RP berichtete), werden die Heiligenhauser noch einmal die Möglichkeit haben, sich aus erster Hand über die Bauarbeiten zu informieren. Binkowski hat die Planerin Jutta Swadlo (Straßen.NRW) für einen Info-Abend vor der AG der Bürgervereine gewinnen können.

Verwundert zeigte sich Binkowski darüber, dass eine erste Präsentation des Vorhabens vor den Stadtentwicklern nur auf geringe öffentliche Resonanz gestoßen sei. "Aber vielleicht schien Manchem das Ganze immer noch zu weit weg." Davon kann aus ihrer Sicht nicht die Rede sein. Zwar gelte nach wie vor die Planer-Marschroute, "die Andienung der Baustelle so weit wie möglich über die Trasse selbst" zu führen. Bloß: "Die Bauarbeiten beginnen mit den Brückenbauarbeiten, wenn es noch keine Trasse gibt."

Die Konsequenz: "Über die Wülfrather Straße und die Heidestraße sowie von Hofermühle kommend, werden im Drei- bis Fünfminutentakt Baufahrzeuge rollen. Die komplette Bauzeit ist auf vier bis fünf Jahre veranschlagt." Nach Angaben der Verwaltung wird die Zufahrt über Hofermühle nur für die Zeit gebraucht, in der Brückenstützen aufgebaut werden. "Das überwiegende Brückenbauwerk soll über Ratinger Zufahrtswege gebaut werden." Fest steht weiterhin, dass die Hülsbecker Straße nicht als Zufahrt für Baufahrzeuge in Betracht kommt. Sie ist verkehrsberuhigte Zone, ebenso wie die Bergische Straße, über die sie zu erreichen wäre. Für die Zeit der Arbeiten muss der Landesbetrieb Straßen.NRW die Zufahrten tauglich herrichten und sie anschließend wieder in den Originalzustand zurückversetzen. Den Spatenstich-Termin nahm Binkowski spaßeshalber zum Anlass, in ihrer Chronik des Nonnenbruchs zu blättern: "Erstmals dokumentiert sind Diskussionen über diesen Straßenbau im Jahr 1967. Damals hieß es, Geld werde ab 1971 bereitstehen", heißt es darin. Und noch bevor die Trasse in den Siebzigern als "Dü-Bo-Do" Bekanntheit erlangte, sei mal eine "L 617" von Düsseldorf nach Bochum im Gespräch gewesen.

Quelle: RP
 
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