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Heiligenhaus
Erzählcafé bietet Wissenswertes über Wein

Heiligenhaus. Das Sommelier-Ehepaar Susanne Spies und Alfred Voigt war zu Gast bei Peter Ihles Traditions-Talk.

"Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken", wusste schon Goethe und hat damit fast schon den Berufsstand der Sommeliers begründet. Zu den Besten dieses Faches gehört heute das Heiligenhauser Ehepaar Susanne Spies und Alfred Voigt.

Sie unterhielten sich mit Peter Ihle im VHS-Erzählcafé über ihre Leidenschaft und hatten natürlich ein Glas Wein dabei. Ein trockener Riesling aus Deidesheim in der Pfalz aus dem Jahr 2015. "Man nennt diese Rebe auch die Königin der Weißweintrauben", sagt Spies und spricht über Säurestrukturen, Nuancen und fruchtige Aromen. Für Gastgeber Peter Ihle, selbst bekennender Anhänger von gutem Wein, und die über 40 Zuhörer im sehr gut besuchten VHS-Café, gab es allerhand zu lernen über den Rebensaft - und das Paar der beiden "Ausnahmeerscheinungen".

Das hat sich, natürlich, bei der Arbeit kennengelernt, damals in der Essener "Residence". 1995 sind sie aus Neuss nach Heiligenhaus gezogen, beruflich sind sie im Ruhrgebiet geblieben: Sie ist für guten Wein im Dorstener Restaurant von Frank Rosin zuständig und er in der Essener "Schote" von Nelson Müller. Ihre Arbeit ist es, die Gäste, die gerne auch mal von der TV-Prominenz der Köche angezogen werden, in der Weinauswahl, natürlich passend zum Essen, zu beraten. Und beide sind für diese Arbeit bereits mit Preisen ausgezeichnet worden. So ist Susanne Spies von Restaurantkritikern und Fachjournalisten jüngst zur Sommelier des Jahres gewählt worden. "Spies arbeitet vor allem nach dem, was ihr schmeckt und was auch den Gast überzeugt. Auf diese Weise gehört sie zu den ganz wenigen Sommeliers, denen immer wieder geniale Kombinationen von Wein und Speisen gelingen", lobten die Kritiker.

"Bei der Arbeit allerdings trinke ich fast gar keinen Wein. Das funktioniert hauptsächlich über das Riechen", sagt Susanne Spies und erzählt, dass die menschliche Nase 2000 bis 4000 Gerüche erkennen kann. Erfahrung sei aber natürlich auch sehr wichtig. "Heizungsluft sei beim Verkosten allerdings nicht wirklich vorteilhaft." Für die 48-Jährige stand früh fest, dass sie sich mit Wein beschäftigen möchte, nachdem auch ihre Eltern ein Sternerestaurant führten. "Ich bin mit Wein groß geworden." Ihr Mann (61) jedoch wollte eigentlich Lehrer werden. Heute ist er in der Gastronomie aber fest verwurzelt, er wurde 1996 Sommelier des Jahres. Eine Ausbildung für Sommeliers gibt es übrigens nicht, aber Zusatzausbildungen. Und so ergänzt sich das Paar prima, das neben dem Wandern und der Musik, natürlich auch privat eng mit dem Wein verbunden ist. "Unsere Urlaube verbinden wir immer wieder mit Weinproben", verraten sie. Und auch, dass sie im heimischen Garten Winzer geworden sind: "Wir hatten eine Rekordernte von sechs Litern Weißwein."

(sade)
 
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