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Tobias Thrun
"Es war ein Blick hinter die Kulissen der Politik"

Ratingen. Der Vorsitzende der Jungen Union steckt noch im Abitur - und hat seinen ersten Wahlkampfeinsatz hinter sich.

Und? Erholt?

Tobias Thrun Soweit ganz gut. Die vergangenen vier Wochen waren doch ziemlich stressig. Erst musste ich fürs Abitur lernen, die Klausuren schreiben und dann ist der Wahlkampf für den Landtag in die heiße Phase getreten. Da war schon ein bisschen Planung nötig, aber am Ende hat es ja geklappt - sowohl die Wahl ist gut ausgegangen als auch nach jetzigem Stand der Dinge das Abitur.

Ihr habt als Junge Union ja auch richtig Gas gegeben.

Thrun Wir haben drei große Blöcke gehabt. Die Präsenz in den sozialen Medien, die vielen Wahlkampfstände und den Haustürwahlkampf. Gerade die Ansprache bei den Menschen zuhause war eine spannende Sache, da es das in NRW bisher noch gar nicht so gegeben hat. Das waren ja auch keine ewig langen Gespräche, aber die Menschen, bei denen wir geklingelt haben, hatten ein Gesicht und damit einen ganz anderen Bezug zu der Wahl. Viele waren überrascht über den Kontakt, erst Recht darüber, dass wir überwiegend junge Leute waren.

Und dann hattet Ihr ja die Aktion "72 Stunden wach".

Thrun Das war eine Idee, die ganz spontan von unserem Stadtverbandsvorsitzenden Patrick Anders gekommen ist. Erst haben wir darüber gelächelt, aber je mehr wir uns damit beschäftigt haben, umso spannender und interessanter fanden wir die Idee, mit unserem Kandidaten Jan Heinisch drei Tage am Stück im Wahlkreis unterwegs zu sein. Das war anstrengend, hat aber richtig Laune gebracht und uns auch viel Aufmerksamkeit beschert.

Was war das Erfolgsrezept für den Erdrutschsieg von Jan Heinisch in Ratingen?

Thrun Er kann Sachen sehr gut vermitteln, ohne zu langweilen. Er ist ein Politiker zum Anfassen, der sehr nahbar und bodenständig ist. Dazu kommt, dass er für die Sache brennt, die er macht und ein richtiges Arbeitstier ist. Dabei ist er aber niemand, der sich in den Vordergrund drängt oder ständig über seine Erfolge berichten muss. Er ist authentisch. Und das haben die Menschen gemerkt.

Wie bist Du überhaupt zur Politik gekommen?

Thrun Mein Vater ist schon lange in der CDU. Mit 14 bin ich dann zur Jungen Union gekommen. Mit der Zeit habe ich dann immer mehr gemerkt, wie interessant das ist. Man kann hinter die Kulissen des politischen Geschäfts gucken, lernt Entscheidungsträger persönlich kennen. Und außerdem machen wir auch außerhalb von Politik viele Sachen gemeinsam. Sobald man sich einmal mehr mit Politik beschäftigt hat, merkt man, dass da wesentlich mehr hinter steckt als Plenarsitzungen und stundenlange Beratungen.

Was fasziniert Dich an Politik?

Thrun Es ist unheimlich spannend, mit Menschen direkt in Kontakt zu treten und zu erfahren, was sie bewegt, welche Probleme sie haben. Politik macht unheimlich viel für die Menschen, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so wirkt. Und diese Prozesse den Menschen nahe zu bringen, ist eine tolle Sache. Demokratie ist ein hohes Gut. Und ich bin der festen Überzeugung, dass man sich engagieren sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

Aber was reizt denn einen jungen Menschen, sich in einer konservativen Partei zu engagieren?

Thrun So konservativ, wie viele denken, ist die Junge Union gar nicht. Natürlich gibt es auch die extrem Konservativen in diesem Bereich, aber insgesamt gesehen, sind wir auch hier völlig normale junge Leute, die offen und neugierig sind und viele Dinge hinterfragen. Das bedeutet ja nicht, dass man als junger Mensch gleich gegen alles ist. Aber Meinungen und Vorgänge zu hinterfragen, ist einfach wichtig. Und genau das tun wir, wir sind nicht eine total angepasste Truppe, was viele denken mögen.

W. SCHNEIDER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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