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Heiligenhaus
Falter verwechselt die Jahreszeit

Heiligenhaus. Ziemlich überraschend für den Heiligenhauser Falterexperten Dietmar Borbe tauchte Mitte Dezember in Heiligenhaus ein Schneespanner auf. Normalerweise ist seine Flugzeit im Februar. "Das jetzige Erscheinen dürfte für unsere Gegend die früheste Beobachtung überhaupt sein", kommentiert der Fachmann.

Wegen des hoch gekrümmten Hinterleibes bei der Fortbewegung im Raupenstadium zählt dieser Nachtfalter zu der Familie der Spanner. Das Exemplar ist offensichtlich frisch aus der Puppe geschlüpft. Normalerweise zeigen sie sich erst nach der Kälteperiode des Winters. Das jetzige frühe Auftreten mag auch ein Zeichen für den Klimawandel sein. Der Name deutet schon darauf hin, dass seine Flugzeit im Winter liegt, wenn vielfach noch Schnee liegt. So fällt er auf dem Untergrund kaum auf, eventuelle Farben wären nur hinderlich und er könnte so leichter durch Feinde entdeckt werden. Wie auf dem Foto gut ersichtlich ist, besitzt das Männchen auffallend gefiederte Fühler, mit dessen Hilfe er den Geruch eines Weibchens aufzuspüren vermag.

Das ist gar nicht so einfach, denn die entsprechenden Weibchen sind flugunfähig und besitzen höchstens Stummelflügel. Dafür verfügen sie aber über relativ lange Beine, mit denen sie recht flink die Baumstämme hochkriechen können, um nach der Begattung bis in die höchsten Zweige und Äste zu gelangen und dort an den Knospen ihre Eier abzulegen. Gerade dort finden dann die frisch geschlüpften Raupen die für sie beste, energiereiche Nahrung. Als geeignete Bäume und Büsche dienen in unserem Siedlungsbereich vor allem Obstbäume, Schlehen, Hainbuche, Eberesche, Weiden- und Pappelarten.

Quelle: RP
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