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Ratingen
Feintuning für die Heizungsanlage

Ratingen: Feintuning für die Heizungsanlage
Susanne Berger, Energieberaterin der Verbraucherzentrale in Ratingen, mit einem regelbaren Heizungsventil: Ein kleiner Dreh durch einen Fachmann beim hydraulischen Abgleich kann viel Geld sparen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen. Die Energieberaterinnen der Verbraucherzentralen in Ratingen und Velbert raten zum hydraulischen Abgleich. Von Joachim Preuss

Zum Ende der Heizperiode freuen sich viele Haushalte auch über die Rückkehr der Ruhe: Endlich kein ständiges Pfeifen und Rauschen aus der Heizung mehr. Und der Ärger über kalte Heizkörper im Dachgeschoss bei Saunatemperaturen im Wohnzimmer macht auch erstmal Pause. "Jetzt ist eine gute Gelegenheit, um solche Probleme zu beheben, damit man auch im Winter die Ruhe genießen kann", sagen die Energieberaterinnen der Verbraucherzentrale NRW in Ratingen und Velbert, Susanne Berger und Annette Hoffmeister: "Abhilfe schafft ein sogenannter hydraulischer Abgleich - und er spart noch Energie."

Grund für zu kalte und zu warme Zimmer ist die Verteilung des Wassers im Heizungssystem. "Bei vielen Anlagen gelangt in einige Heizkörper zu wenig Heizwasser, in andere zu viel", erklären die Expertinnen. In der Folge bleiben die unterversorgten Heizkörper zu kalt.

Die anderen dagegen können nicht genug Wärme abgeben, so dass das aus ihnen zurückfließende Wasser sehr warm ist. Dadurch schaltet sich der Heizkessel sehr oft an und aus. Das vergeudet Energie. Und die unliebsamen Geräusche? Die entstehen vor allem, weil das Wasser im System ohne hydraulischen Abgleich mit unnötig hohem Druck und unnötig hoher Geschwindigkeit durch die Rohre getrieben wird, um alle Heizkörper warm zu bekommen.

"Bei einem hydraulischen Abgleich stellen Fachleute die Heizkörperventile so ein, dass in jeden Heizkörper genau die richtige Menge Wasser gelangt", so Hoffmeister. Manchmal müssen sie die Ventile dafür allerdings austauschen. Nach dem Abgleich sind nicht nur ein höherer Wärmekomfort und ein niedrigerer Lärmpegel zu verzeichnen, sondern auch geringere Heizkosten. Um bis zu 20 Prozent kann der Energiebedarf in gut gedämmten Häusern sinken.

Außerdem reicht nach dem hydraulischen Abgleich oft eine kleinere Heizungspumpe. Die kann bis zu 80 Prozent weniger Strom benötigen als ihr Vorgänger und spielt ihre Kosten so schnell wieder ein. Nicht umsonst gelten die Heizungsumwälzpumpen, die im Dauerbetrieb laufen, als die größten Geldverschwender der gesamten Anlage. Wird ein Austausch fällig, sollte unbedingt eine sogenannte Hocheffizienzpumpe als Ersatz eingebaut werden: Sie passt sich dem Bedarf an und verbraucht deutlich weniger Energie. Aber auch Heimwerker können beitragen, Heizkosten nachhaltig zu senken: Oft gibt es "Lücken" bei den Isolierungen für Heizungs- und Warmwasserrohren. Das Einsparpotenzial sei enorm, sagte Berger: "Mit der einfachen Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren können allein die Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern in Ratingen jährlich rund 670.000 Euro sparen."

Quelle: RP
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