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Postskriptum Die Woche In Unserer Stadt
Festival der Simmen kommt auf den Prüfstand

Ratingen. Zum neunten Mal gibt es das Festival der Stimmen, auch Voices genannt. Die Auslastung der Konzerte und Lesungen kann Stadt und Veranstalter nicht zufriedenstellen.

Geld fließt. Immerhin! 20 000 Euro lässt sich die Stadt das Festival der Stimmen Jahr für Jahr kosten. Eine stolze Summe - keine Frage. Nicht immer war diese Nischen-Veranstaltung im dicht gedrängten Kulturkalender der Region unumstritten. Die Konkurrenz ist groß, und am Ende sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache: Die Auslastung lässt zu wünschen übrig, liegt in der Regel bei unter 60 Prozent. Das kann die Veranstalter, die Agentur Sensitive Colours mit Uwe Muth und Peter Baumgärtner, nicht zufriedenstellen. Und die Stadt auch nicht.

Bei der Vorstellung des neuen Programms für die neunte Auflage gab es bemerkenswerte Randnotizen. Auf die Frage, ob denn die Verwaltung schon eine Art Voices-Bekenntnis für die nächsten Jahre geben könne, hielt sich Bürgermeister Klaus Konrad Pesch spürbar bedeckt. Die Ämter seien gerade damit beschäftigt, ihre Etats aufzustellen - dies mit Blick auf den nächsten Doppelhaushalt der Stadt. Eine persönliche Meinung zum Festival der Stimmen blieb aus. Anders ausgedrückt: Euphorie war nicht spürbar. Im Gegenteil: Offenbar will man die Veranstaltungstage Ende November abwarten und dann in Ruhe eine Bilanz ziehen.

Auch Uwe Muth wollte sich nicht positionieren. Es sei mit dem aktuellen Programm sehr zufrieden, man habe eine spannende und interessante Mischung zusammengestellt. Und die Voices-Zukunft in Ratingen? Kein klares und kraftvolles Durchstarten, kein Satz zu dem, was kommen könnte. Und so wird sich zeigen, ob Stadt und Politik weiterhin hinter diesem Festival stehen, das zweifellos ein Alleinstellungsmerkmal in der Region hat. Mit dem Stadttheater bietet sich zudem ein Veranstaltungsort an, der in Künstlerkreisen auch aufgrund der passablen Akustik gut ankommt.

Abgesang? Oder Fortsetzung? Die Kommentare zur Zukunft des Festivals lassen nur einen Schluss zu: Die Veranstaltung steht vor einer ungewissen Zukunft.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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