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Heiligenhaus
Feuerwehrleute tragen jetzt Rot-Gelb

Heiligenhaus. Bei der Heiligenhauser Feuerwehr werden nach und nach die alten blauen Anzüge ersetzt. Von Henry Kreilmann

Schlauchtragekorb, Atemschutzgerät nebst Pressluftflasche, Multifunktionswerkzeug, ein mobiler Rauchvorhang, dazu ein Hebel- und Brechwerkzeug mit dem Namen Halligan-Tool - das sind nur einige der Gegenstände, die Feuerwehrleute im Einsatz nicht vergessen dürfen.

"Gut und gern 25 bis 30 Kilogramm, die wir zusätzlich mit uns tragen", sagt Feuerwehrmann Torsten Groenewold. Zusätzlich, das heißt, die Einsatzkleidung ist da noch gar nicht mit eingerechnet. Zumindest die wird bei der Heiligenhauser Feuerwehr nun ein bisschen leichter und funktionaler, denn sie rüstet derzeit auf neue Schutzkleidung um.

"Im Dezember 2014 haben wir die ersten Anzüge, also Jacke samt Hose, bekommen. Seitdem rüsten wir nach und nach um", erklärt Feuerwehr-Sprecher Nils Vollmar und betont: Im Einsatz spüre man jedes Gramm weniger sofort. Die neuen Anzüge sind rot-gelb und ersetzen die dunklen blauen Anzüge: "Bei der Auswahl der neuen Schutzkleidung hat uns die Farbe vor allem wegen der Wahrnehmbarkeit im Einsatz überzeugt. Auf der Straße sieht man die neuen Jacken besser, aber ebenso in einem verqualmten Einsatzort", sagt der Sprecher.

"Bis jetzt sind bereits etwa 20 Sets der neuen Kleidung im Einsatz, fünf sind aktuell bestellt", erklärt Feuerwehrmann Andreas Braig. Zukünftig sollen möglichst fünf bis zehn neue Schutzanzüge pro Jahr eingewechselt werden. Bis dahin bleibt es bunt. Zumal die Heiligenhauser Wehr die einzige im Kreis ist, die sich für diese Farbe entschieden hat. "Es ist aber einfach noch mal ein besserer Tragekomfort", sagen die Feuerwehrmänner, die die neue Kleidung bereits tragen, unisono. Alte Schutzkleidung werde ohnehin in einem bestimmten Turnus - etwa nach einer gewissen Anzahl von Waschgängen - ausgetauscht. Das sei eine Vorgabe der Hersteller, also stelle man nun langsam um. "Beim Waschen werden zum Beispiel die Reflektoren schwächer", erklärt Braig. "Was aber noch nutzbar ist, halten wir als Ersatzkleidung vor." Ein Set der neuen Schutzkleidung, Jacke und Hose, kostet 910 Euro, das sind etwa 200 Euro mehr als die vorherigen Anzüge gekostet haben. "Das ist es uns wert, denn schließlich geht es darum, die ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer so optimal ausgerüstet und geschützt wie möglich in den Einsatz zu schicken", sagt Vollmar.

Auch Verschmutzung oder Beschädigung sei bei der neuen Kleidung besser zu identifizieren. Zumal die neuen Jacken noch so einige Kniffe integriert haben, die den Helfern ihre Arbeit erleichtern. Besondere Stoffe und Membranen sorgen für besseren Hitze- und Nässeschutz. "Im Nackenbereich gibt es nun eine Schlaufe, die es im Ernstfall ermöglicht, einen Kameraden auch mal vom Einsatzort weg zu ziehen", sagt Vollmar.

Eine zusätzliche Besonderheit sei vor allem, dass im Brustbereich ein Tunnel eingebaut ist, der zukünftig den Feuerwehrgurt ersetzen kann. "Mit dem Gurt können wir uns bei Bedarf abseilen. Der Sitz an der Hüfte ist aber nicht optimal, es besteht die Gefahr, dass man sich das Rückgrat bricht. In der Jacke ist der Tunnel unter den Achselhöhlen eingenäht, das ist durchdachter", erklärt Groenewold.

Quelle: RP
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