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Heiligenhaus
Feuerwehrmänner im Härtetest

Heiligenhaus: Chemieunfall mit Salzsäure
Heiligenhaus: Chemieunfall mit Salzsäure FOTO: Feuerwehr
Heiligenhaus. Einmal im Jahr müssen die Feuerwehrmänner mit Atemschutzgeräten üben, ihre Qualifikation nachweisen. Das ist schweißtreibend Von Sandra Kreilmann

Das wird den Rettern im Gedächtnis bleiben: Es war der Härtetest für 95 Feuerwehrleute aus gleich mehreren Städten: Der Chemieunfall am Schopshofer Weg Mitte des Monats. 800 Liter Salzsäure waren im Industriegebiet ausgetreten und mussten beseitigt werden. Wichtig bei einem solchen Einsatz: die Atemschutzgerätschaften. Sie sorgen für frische Atemluft - aus der Flasche. Bei solchen Einsätzen in voller Montur wuchten die Feuerwehrleute ein enormes Gewicht. Allein die Flasche mit Pressluft auf dem Rücken wiegt gut 15 Kilogramm.

In Spezialausrüstung mit Atemschutz - und dann auch noch auf den Ergometer: Experte Marcel Kalveram (r.) kontrolliert die Werte. FOTO: A. Blazy

"Je nach Einsatz kann die Luft in der Flasche für 20 Minuten reichen, oder auch, bei Höchstanstrengung für 10 bis 15 Minuten", erklärt Nils Vollmar, Sprecher der Heiligenhauser Feuerwehr. "Der Umgang damit muss genau auch für solche Einsätze regelmäßig geübt werden." Am Sonntag haben sechs Heiligenhauser Feuerwehrmänner genau das getan: Am Handergometer wird die Ausdauer und Armkraft gemessen, auf dem Fahrrad und einem Leitergerät noch mal die Ausdauer. Jeweils zwei mal.

Übungsleiter Marcel Kalveram erklärte den sechs Feuerwehrleuten an diesem Tag, was sie tun müssen, dass es für sie auch noch in Zweier-Teams durch einen schwierigen Kriechparcours, durch Schikanen und eine Röhre geht. Auch das alles in voller Montur. "Wichtig ist hier auch wieder, dass zusammen gearbeitet wird", sagt Vollmar, während sich die beiden Feuerwehrleute gegenseitig durch die Röhre schieben, und herausziehen. Alle drei Jahre heißt es für diejenigen, die die Atemschutz-Grundausbildung hinter sich haben: Untersuchung beim Amtsarzt. Einmal im Jahr geht es dann auf die Übungsstrecke. Die Übung dazu fand bisher immer auf einer festen Strecke bei der Kreis-Feuerwehr statt.

Ab durch die Röhre: Beim Training im Kriechparcours ist neben Geschick eine Menge Kondition gefragt. FOTO: Blazy, Achim (abz)

Doch bauliche Mängel schränken die Nutzbarkeit dieser Anlage derzeit ein. Stattdessen wurde von der Mettmanner Feuerwehr eine mobile Atemschutzübungsstrecke auf einem LKW-Sattelzug angemietet. Diese mobile Einheit steht derzeit auf dem Grund der Heiligenhauser Feuerwehr an der Friedhofsalle. Von den insgesamt 92 Heiligenhauser Feuerwehrfrauen- und männern müssen etwa 65 die Übung absolvieren.

"Andernfalls dürfen sie in einem solchen Einsatz nicht eingesetzt werden", erklärt Nils Vollmar, Sprecher der Heiligenhauser Feuerwehr. Ab 18 Jahren kann man die Grundausbildung mit Atemschutzgerätschen, die gut 40 Stunden beträgt, absolvieren. Der älteste Kandidat in Heiligenhaus ist 63 Jahre alt. Die Masken arbeiten mit einer Art Unterdruck. Das hat gleich mehrere Vorteile: "Es können sich keine Brandgase durch undichte Stellen einschleichen und die Sicht wird nicht durch Beschlagen gehindert", so Vollmer. Und so rann auch am Sonntag der Schweiß unter der Feuerwehrkluft. Und trotzdem: Es macht Spaß, das sieht man den Beteiligten an.

Nils Vollmer: "Gute Vorbereitung der ehrenamtlichen Kräfte, die das in ihrer Freizeit machen, ist das wirklich wichtig."

Quelle: RP
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