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Brandursache in Ratingen gefunden
Firmen hatten nach Feuer keinen Strom

Brandursache in Ratingen gefunden: Firmen hatten nach Feuer keinen Strom
Nichts ging mehr am Wochenende und auch gestern. Ein Notstrom-Aggregat musste helfen. FOTO: Blazy Achim
Ratingen. Der Brand in einer Lagerhalle an der Homberger Straße in Ost hat gravierende Folgen. Auslöser war sehr wahrscheinlich ein technischer Defekt. Auch die Stadtwerke waren im Einsatz.  Von Marita Jüngst und Norbert Kleeberg

OST Dachdeckermeister Sven Pallessen saß am Montag in aller Stille vor einer Kerze, die auf einem Adventskranz brannte - ein eher beschauliches Bild mit Symbolcharakter. Denn seit dem Feuer am Samstagmittag in einer Lagerhalle auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik an der Homberger Straße geht bei dem stadtbekannten Unternehmer stromtechnisch gar nichts mehr. Und so musste er zwangsläufig auf Kerzen zurückgreifen.

Die Stadtwerke Ratingen hatten nach dem Feuer eine wichtige Trafostation außer Betrieb gesetzt, die Stromversorgung für die anliegenden Firmen war somit nicht mehr möglich. Stadtwerke-Sprecher Ralf Schlosser betonte gestern auf RP-Anfrage, dass man die Ermittlungen der Polizei abwarten müsse.

Bei der Trafostation und den möglicherweise vom Feuer betroffenen Leitungen handele es sich um Privatbesitz, erklärte Schlosser, weitere Maßnahmen müssten also erst koordiniert und abgesprochen werden. Sollte es dann einen Aktionsplan geben, so könnte man recht schnell reagieren, erklärte der Prokurist und Marketing-Chef.

Am Samstag um 12.20 Uhr gingen bei Sven Pallessen im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus. Und nicht nur die. Auch die Heizung funktionierte nicht sowie alles andere, was mit Strom betrieben wird. Gegen die Kälte hat der Dachdeckermeister inzwischen den Ofen in der Werkstatt angeworfen. "Wir telefonieren herum, um ein zweites Aggregat zu bekommen", sagte Pallessen gestern Vormittag.

Eines nämlich hat Achim Deprez, Chef der D-Krantechnik, bereits bei den Stadtwerken organisieren können. Samstagabend erst bemerkte der Firmenchef, dass der Strom weg war. Nichts ging mehr, noch nicht einmal das Telefon. Für Deprez ein Desaster. "Wir haben deutschlandweit für unsere Kunden einen 24-Stunden-Notdienst". Und der war nun zwischenzeitlich nicht zu erreichen. Mit Hilfe der Feuerwehr konnte Deprez noch am Wochenende einen Ansprechpartner bei den Stadtwerke erreichen, der ein dieselbetriebenes Notstromaggregat besorgte. Das wurde ebenfalls noch am Wochenende angeschlossen. "Gott sei Dank haben wir alles hinbekommen. Schließlich kommen die Mitarbeiter morgens schon um 6 Uhr. Hätten wir keinen Strom gehabt, wäre heute Morgen das Chaos ausgebrochen", erklärte Deprez. Denn in der Firmenzentrale an der Homberger Straße läuft auch der Server für die gesamte Firmen-EVD.

Am Montag lief dank des Aggregats bei Deprez "alles nahezu rund". "Wir müssen nur Leistungsspitzen vermeiden. Denn wenn die EVD ausfällt, kann ich alle Mitarbeiter nach Hause schicken."

Die Leistung des Notstromaggregats reichte aber noch aus, um zwei kleinere Firmen in unmittelbarer Nähe der Krantechnik mit Strom zu versorgen.

Sven Pallessen hoffte dagegen noch auf ein weiteres Aggregat und darauf, dass die Brandsachverständigen der Polizei grünes Licht gaben, damit die Stadtwerke die Stromversorgung wieder aktivieren können. "Wir hoffen, dass ab Mittwoch wieder alles läuft", sagte Pallessen. So lange musste beim Dachdeckermeister die Kerze am Adventskranz weiterhin für dämmerige Beleuchtung sorgen.

Am Montagabend teilten die Stadtwerke mit, dass die Stromversorgung wieder hergestellt sei. Die Firmen könnten nun normal arbeiten, betonte Ralf Schlosser. Einige Leitungen seien durch den Brand aber in der Tat beschädigt worden.

Quelle: RP
 
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