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Heiligenhaus
Fleißige Bürger pflanzen 3000 Blumenzwiebeln

Heiligenhaus: Fleißige Bürger pflanzen 3000 Blumenzwiebeln
Große Pflanzaktion: Diese Narzissenzwiebeln wurden zwischen Unter- und Oberilp in die Erde gebracht. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. Bei Glasfaserkabel-Arbeiten waren zahlreiche Gewächse auf Zufahrtsstraßen zerstört worden. Von Danni Funke

Rolf Watty reibt die eiskalten Hände aneinander, haucht kurz hinein, um sie aufzuwärmen und greift dann erneut zum Spaten. Statt an diesem verregneten, kaltwindigen Samstag zuhause im Warmen zu bleiben, schaufelt der 82-Jährige unzählige, etwa zehn Zentimeter tiefe Löcher. "Wer in einer schönen Stadt leben möchte, der muss auch etwas dafür tun", sagt der Rentner und nimmt eine kleine Pause, "ich kann nicht immer nur jammern, aber selbst nichts tun."

Gemeinsam mit einigen anderen Bürgern und André Saar vom Stadtmarketing pflanzt der ehemalige Richter an vier Stellen insgesamt 3000 Blumenzwiebeln nach. "Durch die Verlegung der Glasfaserkabel ist der Pflanzenbestand teils zerstört worden, wir haben im Frühjahr die Stellen fotografiert, an denen wir dadurch Löcher in den gelben Blütenbändern hatten und wissen heute nun genau, wo wir ansetzen müssen."

Annalena ist 19 und trägt eine Warnweste wie alle anderen. Ein städtisches Fahrzeug und Warnkegel sichern zusätzlich die Helfer, von denen die meisten den Bürgervereinen angeschlossen sind. "Wir haben hier eine genaue Arbeitsteilung", erklärt Annalena lachend, "die Männer schaufeln im Abstand von etwa einem Meter die Löcher, und wir Frauen legen je drei Zwiebeln hinein."

Seit 2010 blühen in jedem Frühjahr die gelben Narzissen auf dem rechten oder mittleren Streifen der Zufahrtsstraßen nach Heiligenhaus - ein prächtiges und sehenswertes Farbenspiel, findet André Saar. "Es ist ein Begrüßungsritual für alle, die stadteinwärts fahren, daher ist auch die rechte Seite bepflanzt. Und es handelt sich um eine spezielle Narzissenart, sie ist robuster und unempfindlicher gegen Umweltbelastungen, sie ist größer und leuchtet auch wesentlich stärker als die handelsübliche Narzisse vom Baumarkt." Glücklich ist der Stadtmitarbeiter auch über die Unterstützung durch den Netzbetreiber, der die Glasfaserkabel verlegt hatte. "NetCologne hat sofort auf unsere Anfrage reagiert und problemlos die Kosten für die 3000 Blumenzwiebeln übernommen." Watty ist sichtlich geschafft nach rund vier Stunden in der Kälte, dazu kommen Probleme mit der Hüfte. Trotzdem: aufgeben ist keine Option für den ehemaligen Richter. "Es ist wichtig, dass die Dinge angepackt und auch zu Ende gebracht werden", erklärt der ehrgeizige Rentner, der seit Jahren als Ehrenamtler aktiv ist.

Quelle: RP
 
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