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Analyse
Flüchtlinge: Warum die Stadt durchatmen kann

Ratingen. Bei der Unterbringung hat die Verwaltung eine Herkulesaufgabe bewältigt. Nun steht die Brandström-Schule leer. Von Norbert Kleeberg

Jetzt geht alles doch sehr schnell. Die ehemalige Elsa-Brandström-Hauptschule am Karl-Mücher-Weg wird nicht länger eine Notunterkunft sein: Das Gebäude, das die Stadt dem Land im Wege der "Amtshilfe" zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt hat, leert sich zunehmend und wird bereits ab dem heutigen Dienstag, 19. April, nicht länger als Landes-Notunterkunft benötigt. In den vergangenen knapp neun Monaten waren dort in Spitzenzeiten bis zu 300 Personen untergebracht. Nach der Rückgabe des Gebäudes an die Stadt wird es eine gemeinsame Begehung mit der Bezirksregierung geben, um zu schauen, welche Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen erforderlich sind. Die Kosten hierfür wird das Land übernehmen (die RP berichtete bereits).

Ebenfalls Landessache ist die Zentrale Unterbringungseinheit (ZUE) für bis zu 950 Flüchtlinge im früheren Cemex-Gebäude an der Daniel-Goldbach-Straße in Tiefenbroich. Voraussichtlich zum 1. Mai soll dort der Probebetrieb starten. Dazu gab es auch eine Informationsveranstaltung. Unabhängig von der tatsächlichen Belegung werden diese 950 Plätze voll auf das ansonsten durch die Stadt aufzunehmende Flüchtlingskontingent angerechnet. Sozialdezernent Rolf Steuwe erläutert, warum dies so wichtig ist: "Dieser Umstand führt zu einer weiteren Entspannung bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Jetzt können wir in Ratingen erst einmal etwas durchatmen."

Auch Bürgermeister Klaus Pesch ist froh, dass der extreme Unterbringungsdruck abgefedert wurde. Über das ganze Jahr verteilt waren Ratingen im vergangenen Jahr rund 1000 Flüchtlinge zugeteilt worden, davon mehr als die Hälfte allein in den Monaten Oktober bis Dezember - eine sehr schwierige Phase. "In dieser Krisenzeit haben Verwaltung und Rat schnell und effektiv agiert. Ich freue mich, dass die neu geschaffenen Einrichtungen auch dazu beigetragen haben, dass inzwischen alle Turnhallen in Ratingen, die wir vorübergehend zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzen mussten, wieder freigezogen sind." Allein in der Turnhalle an der Poststraße sind noch letzte Sanierungsmaßnahmen nötig, bevor der Spielbetrieb aufgenommen werden kann. Die Turnhallen in Hösel (Bismarckstraße) und an der Graf-Adolf-Straße seien schon seit einigen Wochen wieder in Betrieb, so die Stadt. Nach Schließung der Notunterkunft werde auch die Turnhalle am Karl-Mücher-Weg wieder für den Sportbetrieb vorbereitet, kündigt die Verwaltung an. Doch es gibt noch viel zu tun - vor allem im Bereich der Integration, so bei zusätzlichen Flüchtlingsklassen, die zeitnah an Schulen eingerichtet werden sollen.

Quelle: RP
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