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Ratingen
Flüchtlinge ziehen in die Martinschule
Ratingen. Gestern wechselten 42 Asylbewerber vorübergehend in andere Räume, bis die neue Unterkunft fertig ist. Von Christiane Bours

Die Kisten mit den Habseligkeiten sind gepackt, der Sperrmüll steht vor der Tür, es kann also losgehen: Gestern stand für 42 Flüchtlinge, darunter 14 Kinder und Jugendliche, der Umzug in die ehemalige Martinschule an. Etwa 700 Meter entfernt von ihrer alten Unterkunft, werden die Flüchtlinge nun bis März wohnen, so lange, bis am alten Standort Am Gratenpoet der Neubau fertiggestellt ist.

Die alten Container waren völlig marode, eine Sanierung hätte keinen Sinn mehr gemacht. Stattdessen sollen jetzt dreigeschossig Wohncontainer erbaut werden, in denen maximal 90 Flüchtlinge untergebracht werden. Jeweils pro Etage gibt es gemeinsame Sanitäranlagen und eine Küche. Die Gesamtkosten für die Neuanlage belaufen sich auf rund 800 000 Euro.

Von den ursprünglich 58 Bewohner wurden 16 aus gesundheitlichen Gründen in anderen, barrierefreien Unterkünften im Ratinger Stadtgebiet untergebracht. Am vergangenen Donnerstag gab es mit Bewohnern, Verwaltung und Caritasverband ein gemeinsames Treffen in der Martinschule, um den Umzug und die Verteilung auf die einzelnen Räume zu besprechen. "Das lief eigentlich recht gut", erklärt Amtsleiter Erhard Raßloff.

In den Klassenräumen wurden Trennwände aufgestellt, pro Person stehen etwa fünf Quadratmeter zur Verfügung. So werden beispielsweise in einem Raum mit 15 Quadratmeter drei Personen, in einem Raum mit 20 Quadratmetern vier Personen wohnen. Die Küche befindet sich im Keller, dort wurden auch zwei Duschen installiert.

Auch die übrigen Sanitäranlagen, die sich in einem Zwischenbau befinden, wurden hergerichtet. Wie auch am alten Standort werden Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer der Caritas die Flüchtlinge während dieser Übergangszeit betreuen, die Verwaltung wird ein besonderes Auge auf eventuell auftretende Probleme werfen. Für den Neubau und den darauffolgenden Umzug hat sich die Verwaltung einen straffen Zeitplan auferlegt. Denn die Martinschule spielt noch bei einem weiteren Bauprojekt eine wichtige Rolle: dem Rathausneubau. Schon in den kommenden Tagen sollen die alten Container abgerissen und auch die alten Fundamente entfernt werden. Die Ausschreibung für das neue Fundament läuft bereits und soll in der kommenden Woche mit einem Entscheid abgeschlossen werden.

Anfang des Jahres 2013 sollen dann die neuen Container errichtet werden, für die übrigen Arbeiten rechnet die Verwaltung mit rund sechs Wochen.

Sobald die Martinschule wieder frei ist, wird sie erneut umgebaut. Dann sollen dort übergangsweise Teile der Verwaltung einziehen, während das alte Rathaus abgerissen und neu gebaut wird. Und auch für die Zeit danach gibt es für die Martinschule schon weitere Pläne: Laut Ratsbeschluss soll dann der städtische Seniorentreff Tiefenbroich dort einziehen, außerdem könnten die Räume von Volkshochschule und Musikschule mitgenutzt werden.

Auch der Zeitplan für die Erweiterung des Kindergartens Am Söttgen steht: Noch im Dezember wird der Bauantrag eingereicht, die Verwaltung rechnet mit einer Bauzeit von sechs bis sieben Monaten.

Quelle: RP
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