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Heiligenhaus
Fördergeld gibt's auch ohne Wettbewerb

Heiligenhaus: Fördergeld gibt's auch ohne Wettbewerb
Die alte Schule Oberilp steht leer. In den Räumen soll das neue internationale Familienzentrum entstehen. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Neues Familienzentrum für die Oberilp: Stadt sucht Architekten für das 3,5-Millionen-Projekt. Von Marita Jüngst

Gut Ding will normalerweise Weile haben. Doch die kann sich die Stadt Heiligenhaus bei der Umsetzung des Förderprojekts "Multinationales Stadtteil- und Familienzentrum" in Oberilp gar nicht leisten. Damit die Millionen fließen, muss nämlich ein eng gesteckter Zeitrahmen eingehalten werden. Aus diesem Grund hat sich die Stadt vom zunächst angedachten Planungswettbewerb in Absprache mit der Oberfinanzdirektion NRW verabschiedet. Stattdessen werden sich die Architektenbüros ohne fertige Pläne um das Projekt bewerben.

Wie das Ganze ablaufen wird, wird am Donnerstag, 16. Juni, ab 18 Uhr im Immobilienausschuss der Stadt Heiligenhaus vorgestellt. Doch schon jetzt arbeite die Stadt mit Hochdruck an der Umsetzung, wie Volker Hoven vom Immobilienservice der Stadt erklärt. "Wir sind schon relativ weit", sagt er. Noch vor der Sommerpause soll die Ausschreibung rausgehen. "Es ist ein europaweites Verfahren. Für uns ist das völlig neu", sagt Hoven.

Laut Zeitplan soll Mitte September der Zuschlag erteilt werden, im Oktober soll der Bauantrag eingereicht werden. Mit einem Wettbewerbsverfahren hätte dieser Rahmen nicht eingehalten werden können. "Deshalb hat uns die Oberfinanzdirektion dringen empfohlen, davon Abstand zu nehmen", sagt Hoven. Nun können sich also interessierte Architektenbüros bewerben. Die Pläne für das neue Zentrum am Standort der ehemaligen Grundschule in Oberilp werden dann nach der Erteilung des Zuschlags ausgearbeitet und eingereicht.

Der Auftrag an die Architekten ist bereits klar umrissen: eine energetische Revitalisierung und Erweiterung des Standorts sowie dessen Nachnutzung als Stadtteil- und Familienzentrum sowie die Planung einer Außenanlage. Das Zentrum soll die Angebote eines Stadtteilzentrums mit dem eines Familienzentrums an einem Ort zusammenbringen und die Räume des Bestands effektiv auslasten.

Mit dem Projekt soll wie berichtet ein Leerstand an diesem zentralen Ort im Stadtteil vermieden werden. Die dort angesiedelten Grundschule war im Dezember vergangenen Jahres wegen energetischer Mängel und der nicht mehr ausreichenden Räumlichkeiten in den benachbarten Stadtteil Unterilp umgezogen. Nun soll als Folgenutzung der Grundschule eine wohnortnahe und niederschwellige Bildungs- und Beratungseinrichtung geschaffen werden, in der die vorhandenen Sozialeinrichtungen an einem Ort gebündelt werden. Die bisherige Räumlichkeiten des Familienzentrums der evangelischen Kirche sind aufgrund eines akuten Sanierungsstaus für die schwerpunktmäßige Arbeit "Sprache und Integration" mittelfristig nicht mehr ausreichend und sollen deshalb am ehemaligen Grundschulstandort untergebracht werden.

Die neuen Außenanlage dienen künftig als Spielfläche und sollen möbliert werden.

"Das ist ein gutes Projekt", sagt Volker Hoven, deshalb seien alle besonders ambinioniert. "Insgesamt durchlaufen 64 Städte das Verfahren", sagt er. "Und wir sind dabei ganz klar auf der Pole-Position", beschreibt Hoven den Stand der Umsetzung.

Quelle: RP
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