| 07.27 Uhr

Ratingen
Die Auferstehung des Freddie Mercury

Freddie Mercury: Heute vor 25 Jahren verstarb der Queen-Frontman
FOTO: Staschik Olaf
Ratingen. Heute vor 25 Jahren verstarb der Queen-Frontman an den Folgen seiner HIV Erkrankung. Zahlreiche Coverbands sorgen seitdem dafür, dass die erfolgreiche Rockband unvergessen bleibt, allen voran die "Queen Revival Band" mit Mitgliedern aus Haan und Düsseldorf. Von Daniele Funke

Die Metamorphose dauert rund eine Stunde. Dann ist aus dem Düsseldorfer Harry Rose Freddie Mercury geworden - oder zumindest ein kaum unterscheidbares Double: weißes Sportdress, gelbe Jacke. Die kurzen, lackschwarzen Haare zurückgegelt, das Make-up aufgelegt. "Meine Nase ist anders als Freddies, aber eine Maskenbildnerin hat mir gezeigt, wie man mit etwas Schminke Formen optisch verändern kann", erklärt Rose.

Der dichte Schnäuzer, den der Queen-Frontman getragen hat, ist echt. "Der Angeklebte ist durch Schweiß oft abgerutscht, dass sah dämlich aus", erzählt Harry Rose und lacht. Und dann greift er in ein kleines Döschen, hält eine hochwertige Zahnprothese in die Höhe. "Die hier zaubert mir Freddies unverkennbare Zahnfehlstellung." Schlagzeuger Piid Plötzer grinst. "Das sind schon seine dritten Dritten. Harry sagt, er kann mit ihnen besser singen als ohne."

Covern ist ein schweres Genre. Immer gemessen an dem Original, kann eine Band die nachspielt, eigentlich nur schlecht abschneiden. Daher ist es der Queen Revival Band ganz wichtig, den eigenen Anspruch genau zu verdeutlichen: "Wir sind nicht Queen. Wir wollen die Leute gut unterhalten, ihnen das Gefühl eines Queen-Konzertes nahe bringen, Erinnerungen hochholen, einen musikalisch hochwertigen Abend bieten", sagt Schlagzeuger Piid Plötzer, der in Haan lebt.

Dabei sind die fünf Profimusiker nicht nur durch ihren Frontman dem Original ziemlich nahe: Gitarrist Stefan Pfeiffer erinnert in Größe, Frisur und nicht zuletzt durch seine Gitarre an Brian May, Drummer Plötzer ähnelt Roger Taylor in Optik und Spiel, Bassist Christoph Stowasser transportiert die Coolness eines John Deacon. Vielleicht einer der Gründe, warum die Queen Revival Band unter den zahlreichen Coverbands als eine der besten gilt.

Seit 16 Jahren touren die Jungs durch Deutschland und Europa, ziehen Tausende in ihren Bann. Und trotzdem: "Ich habe immer wieder Sorge, dass es den Leuten nicht gefällt. Eine höhere Messlatte als einen Freddie gibt es kaum, ich bin da extrem selbstkritisch." Grund dazu hat der Gesangslehrer (mit Gesangsschule in Düsseldorf) eigentlich nicht. Die theatralische Bühnenperformance, die unverkennbaren Bewegungen - vom Storchengang bis zum Luftgitarrenspiel mit dem Mikroständer - all das kopiert der Düsseldorfer nahezu perfekt. Und wenn jemand stimmlich an den charismatischen Freddie Mercury herankommt, der über dreieinhalb Oktaven singen und dem Publikum als Chorleiter unglaubliche Gesangsleistungen abverlangen konnte, ist es defintiv Harry Rose. "Wir feilen seit so vielen Jahren hart an uns", sagt Piid Plötzer "und jetzt ernten wir immer mehr die Früchte dieser Arbeit. Das zeigt uns, dass wir eigentlich alles richtig gemacht haben."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Freddie Mercury: Heute vor 25 Jahren verstarb der Queen-Frontman


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.