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Heiligenhaus
Friedenskirche ist verkauft

Düsseldorf. Die evangelische Gemeinde muss sich in ihrer Finanznot Zug um Zug von ihren Immobilien in den Außenbezirken trennen. Als erstes wurde jetzt die Kirche in der Wassermangel an einen Privatmann veräußert. Ein letzter Gottesdienst wird am 2. Mai sein. Von Paul Köhnes

Die Sparanstrengungen der evangelischen Kirchengemeinde (RP berichtete) haben ein weiteres konkretes Ergebnis gebracht: Die Friedenskirche im Ortsteil Wassermangel ist verkauft. Wesentlicher Bestandteil des Sparkonzepts der vergangenen Jahre war es, die Gemeindearbeit zu zentralisieren. "Unsere finanziellen Möglichkeiten erlauben den Betrieb unserer Außenzentren nicht mehr", schreibt Pfarrerin Birgit Tepe im aktuellen Gemeindebrief.

Es ist der erste Verkauf einer Kirchen-Immobilie am Ort. Ein anderes Modell wurde für das Gemeindezentrum in Isenbügel gefunden, um das sich inzwischen ein Förderverein kümmert. "Aber das ist eine Zwischenlösung", erklärte Pfarrerin Birgit Tepe gestern auf RP-Anfrage. Fände sich ein Käufer, müsste der Verein nach einer Kündigungsfrist weichen. Im Bestand sind weiterhin die Gemeinderäume in der Oberilp und in Hetterscheidt. Hier zeichnen sich derzeit keine Verkäufe ab, so Tepe weiter.

Ein Dreivierteljahr stand die Friedenskirche zum Verkauf. Beauftragt mit dem Verkauf sei ein großes auswärtiges Maklerbüro mit speziellen Kenntnissen in Sachen Kirchen-Immobilien, sagte die Pfarrerin. Trotzdem bleibt die Finanzlage prekär, daran lässt auch der Gemeindebrief keinen Zweifel: "Die finanzielle Situation der Kirchengemeinde hat sich trotz massiver Einsparungen nicht dahingehend verändert – und wird sich auch zukünftig nicht so verändern – dass eine Zentralisierung zu vermeiden wäre. Und nun ist ein Käufer für die Friedenskirche gefunden, und wir werden uns von ihr trennen müssen." Zugleich macht Pfarrerin Tepe deutlich, dass es für die Gemeinde um viel mehr geht, als den Abschied von einer Immobilie. Es "werden sich viele Gemeindeglieder, Pfarrerinnen und Pfarrer im Augenblick unsagbar traurig fühlen, weil sie merken, wie sehr sie an diesem Zentrum hängen. Viele Jahre ist die Friedenskirche für uns alle ein Stück Heimat gewesen. Der ansprechende Kirchraum hat uns immer ein Gefühl der Geborgenheit und Zugehörigkeit vermittelt. Und das, was der Kirchraum und das gesamte Gebäude ausstrahlten, spiegelte sich auch im Umgang der Menschen untereinander wider: Herzlichkeit, Offenheit, Vertrautheit, hier konnte man sein, wie man ist."

Quelle: RP
 
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