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An(ge)dacht
Für die Ernte Gott sei Dank!

Ratingen. In unserer Umgebung in Ratingen gibt es nur noch wenige Bauernhöfe. Daher ist auch das Fest "Erntedank" aus unserem Kalender fast verschwunden. Es reduziert sich auf ein kleines Fest für Kinder, denen die Erwachsenen, und das ist eine schöne Geste, Obstsalat zubereiten.

Wir, die Erwachsenen, halten die Verführbarkeit von Obst und Gemüse als selbstverständlich. Der Sinn des Festes kann aber noch tiefere Wurzeln schlagen: Es geht hierbei um die "Ernte" zwischen den Generationen.

Wie das Bedürfnis, Gott Dank zu sagen für seine Gaben, so verschwunden ist oft auch der Dank für den Reichtum, mit dem sich die unterschiedlichen Generationen beschenken können. Eng hiermit verknüpft ist das Thema der diesjährigen Caritas-Aktion "Gerechtigkeit unter den Generationen".

So wie Früchte und Gemüse in unseren Haushalten zur Selbstverständlichkeit geworden sind, so sind es auch, dieser Vergleich ist nicht despektierlich gemeint, die Senioren und die Kinder in unseren Familien.

Ich wiederhole: So wenig wir nach der Herkunft unserer Ernte fragen, so wenig interessiert manchmal die junge Generation die Lebenslage oder Bedürfnisse der "Alten" und "Kleinsten".

Ein Dank an Gott ist auch hier mehr als berechtigt. Die unterschiedlichen Generationen nämlich, die es schaffen, miteinander in Kontakt und in Austausch zu treten, bereichern sich gegenseitig.

Die Jungen sind vertraut mit den Errungenschaften der Technik, die für die Senioren oft noch wie ein Buch mit sieben Siegeln ist. Die "Alten" haben Geschichten, Erlebnisse, Erfahrungen und Rezepte zur Hand, die junge Menschen faszinieren können und weiter gegeben werden müssten.

Das ist ein Ideal, dessen Verwirklichung sich lohnt, weil es den Abstand und die Verfremdung zwischen der Generationen schließt, und den Familien engeren Zusammenhang, besseres Verständnis für einander und damit Frieden und Vertrauen bringt.

Quelle: RP
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