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Ratingen
Gefährliche Raupe befällt Eichen

Ratingen: Gefährliche Raupe befällt Eichen
Von der Plage der Eichenprozessionsspinner sind im Bereich des städtischen Baumbestandes besonders West und das Gebiet rund um den Grünen See betroffen. Etwa 170 befallene Bäume haben die Stadtgärtner gezählt. Allein 35 davon in der Eichenallee. FOTO: Joachim Preuß
Ratingen. Die giftigen Haare des Eichenprozessionsspinners können beim Menschen allergische Reaktionen auslösen. Von Joachim Preuss

Dieser unscheinbare dunkelgraue Nachtfalter, der einer Motte ähnelt, hat ein bewegtes Leben hinter sich: Er war einst ein für Natur und Mensch gefährlicher Eichenprozessionsspinner (EPS). Die Raupenplage ist in diesem Jahr besonders stark: Befallen ist im Bereich des Stadtgrüns vor allem der Bereich West, sagte gestern Uwe Puzalowski vom Grünflächenamt. Natürlich muss man auch in den Ratinger Wäldern vorsichtig sein: In der vergangenen Woche klagten Schüler aus Mülheim nach einem Aufenthalt in der Jugendherberge und Ausflügen zum Blauen See über Hautreizungen.

Die bis zu fünf Zentimeter großen Raupen besitzen sehr feine Brennhaare, die ein Eiweißgift namens Thaumetopoein enthalten: Das kann beim beim Menschen eine Raupendermatitis auslösen. Die Härchen brechen leicht und werden vom Wind verteilt.

Von ihren Gespinstnestern aus gehen die Raupen auf Beutezug. Auch alte Nester sind gefährlich und sollten abgesaugt werden. FOTO: Joachim Preuß

Die mit Widerhaken versehenen, nur zwei bis drei Millimeter kleinen Gifthaare enthalten das Nesselgift Thaumetoporin und bleiben für Mensch und Tier etwa ein Jahr lang gefährlich. Durch Massenverbreitung sind mittlerweile alle Bundesländer, seit 2004 auch weite Teile rechts- und linksrheinisch, betroffen. Um ihre Mitarbeiter zu schützen, lässt beispielsweise der Landesbetrieb Straßen.NRW am Rande der Autobahnen in Waldgebieten vorsorglich Insektizide versprühen.

In Ratingen geht man einen anderen Weg. "Wir suchen derzeit eine Spezialfirma, die die Nester absaugt", sagt Puzalowksi. Die Profis, die nur mit Hubsteigern an die Nester gelangen können, arbeiten dabei meist in Vollschutzanzügen. Eine andere Methode ist das Abbrennen. Es gilt aber als sehr problematisch.

Anfang Mai schlüpfen gefährliche Raupen. Im Frühjahr habe man vergeblich Ausschau gehalten. Doch die Freude währte nicht lange. "In diesem Jahr sind sie spät dran", sagte Puzalowski. Und was kann der gemeine Bürger tun, um sich zu schützen? Es sollte gut aufpassen, betroffene Areale meiden und jeden Kontakt mit Raupe oder den Gespinsten meiden. Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte der behandelnde Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden. Der Patient sollte auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen.

Auch bei den Waldpädagogen Franz und Frithjof Schnurbusch ist der EPS ein Thema. Man gehe mit Gruppen in nicht betroffene Bereiche, hieß es gestern aus dem Rheinischen Waldpädagogikum. Frithjof Schnurbusch warnte vor Panikmache: Die Raupe könne nur Asthma-Kranken gefährlich werden, sie sollten im Verdachtsfall den Arzt zu Rate ziehen. Sein Tipp: Auf den Wegen bleiben, nicht durchs Unterholz laufen und den Kontakt zu den großen Raupen meiden.

Quelle: RP
 
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