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Kolumne Stimme Aus Der Wirtschaft
Gefragt sind schnelle Lösungen gegen den Verkehrsstau

Ratingen. Was wir brauchen, sind unkonventionelle und einfache Lösungen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die meisten der 30.000 Einpendler nach Ratingen morgens das eigene Auto nutzen, nicht nur weil es praktisch ist, sondern weil es einfach wirtschaftlicher und schneller als der öffentliche Nahverkehr ist.

Und wenn sich diese 30.000 abends von Ratingen zurück in ihre Heimat im Ruhrgebiet oder Richtung Mönchengladbach bewegen, treffen sie unweigerlich auf die 300.000 Einpendler aus Düsseldorf. Womit der Stau programmiert ist, besonders wenn unsere Lebensadern A3 oder A52 durch Unfälle oder extreme Witterungsverhältnisse beeinträchtigt sind. Auch deshalb können wir im Herbst wieder mit katastrophalen Verhältnissen rechnen.

Dass sich der am Lenkrad aufgestaute Unmut explosionsartig entladen kann, zeigten auch die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen in NRW. Viel stärker aber wiegt für uns als Unternehmer, dass jeder unzufriedene Pendler auch ein unzufriedener Mitarbeiter ist, der die nächste sich bietende Chance auf einen Arbeitsplatzwechsel in seine Heimat nutzt.

Sicher, die Patentlösung für diese Verkehrsprobleme gibt es nicht. Umso mehr gilt es mit allen Beteiligten - der Stadt, dem Land, der Politik, aber auch den Unternehmen - einen Strauß von Maßnahmen aktiv anzugehen.

Das reicht eben nicht der Appell, doch mal auf das Auto zu verzichten. Was wir brauchen, sind unkonventionelle, schnelle und einfache Lösungen, wie zum Beispiel temporäre Straßenumleitungen mit "Schutzpolizisten" oder besser mit intelligenten Ampelsystemen, tageszeitaktuell angepasst. Gebühren für die Nutzung des Firmenparkplatzes einerseits und Anreize für ÖPNV-Tickets und E-Bikes als Firmenfahrzeug andererseits, internetgestützte Car-Sharing Konzepte und eine andere Qualität im öffentlichen Nahverkehr, für die in Ratingen die Westbahn ein Segen wäre.

OLAF TÜNKERS

Quelle: RP
 
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