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Heiligenhaus
Gemeindeband probt den guten Ton

Heiligenhaus. Die Jugend-Band "Future Leavings" macht Popmusik mit christlichen Elementen. Doch Konfessionen spielen bei den jungen Heiligenhausern kaum eine Rolle. Am Wochenende sind sie beim Gemeindefest dabei. Von Sandra Kreilmann

Wenn sie im Gottesdienst mit von der Partie sind, dann sind auch mal Schlagzeug und verzerrte E-Gitarre im Altarraum zu hören. "Future Leavings" heißt die etwa achtköpfige Band, die sich unter dem Dach des evangelischen Haus der Kirche zusammen getan hat und junge Klänge in den Gemeindealtag bringt.

In der Band sind Protestanten, Katholiken und Muslime vertreten, die Schüler sind um die 15 Jahre alt, mitmachen kann jeder. "Es geht uns um die gemeinsame Musik, Religion ist da nebensächlich", sagt die bunte Truppe. Seit letztem Jahr werden im Jugendkeller im Haus der Kirche regelmäßig freitags, 18 Uhr, die Stühle beiseitegestellt, damit Platz ist für die handgemachte Musik.

Presbyter Ralf Hornscheidt hat sich stark für die Etablierung der Jugendband eingesetzt, für ihn ist die Musik wichtiger Teil der Jugendarbeit, die sich in den letzten Jahren wieder intensiviert hat. "Wir haben jetzt sogar ein kleines Budget für die Band zur Verfügung", freut er sich. Finanziert wird aus diesem Budget zum Beispiel die Tatkraft von Fabian Heis. Der Saxofonist ist Student der Musikpädagogik auf Lehramt und seine Aufgabe ist es, wie er selbst schmunzelnd sagt: "ein bisschen Ordnung in das Chaos zu bringen." Das sei allerdings gar keine so schwierige Aufgabe, "denn alle sind wirklich mit Leidenschaft dabei."

Regelmäßig spielt die Band in Gottesdiensten, sie sind auch wichtiger Teil des Jugendgottesdienstes "Skychat", der am 26. Juni und 17 Uhr stattfindet und auch auf dem Stand der Gemeinde am Stadtfest waren sie schon zu hören. Am Sonntag, 19. Juni, gibt es die Band bei einer öffentlichen Probe auf dem Gemeindefest zu erleben. Das startet um 11 Uhr mit einem Gottesdienst."

Etwa acht Songs sind derzeit im Repertoire der Truppe, ihre liebsten Stücke sind Popmusik mit christlichen Elementen. "Weil es Liebe ist" der Band "Könige und Priester" zum Beispiel. "Das Stück spielen wir alle sehr gerne. Und das hört sich auch nicht mehr an, wie das Original, wir haben es längst zu unserem eigenen gemacht", sagt Schlagzeuger Lennart. Gitarrist Timo fügt an: "Wir können die Musik so gestalten, wie uns es am besten gefällt und wir bekommen eine Bühne, das ist toll."

Auf die Frage, was die die Band ausmache, antworten viele Stimmen ungeprobt im Chor: "Gemeinschaft." Es folgt ein breites Lachen der Gruppe. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Am Mikrofon stehen Malina, Amelie und Tabitha, letztere bringt auch ihre Querflöte mit. Giuseppe vervollständigt die Truppe am Keyboard, Merve hilft Fabian beim Ausarbeiten der musikalischen Feinheiten. "Es macht einfach Spaß", bestätigt der Freundeskreis. Und das möchten sie rüberbringen. "Um junge Menschen für Kirche begeistern zu können, müssen wir jungen Menschen auch etwas bieten", sagt Hornscheidt,

Reaktionen auf die Auftritte aus den Gottesdiensten bestätigen sein Engagement. Einen großen Traum haben die Jungs und Mädels von "Future Leavings" auch noch: "Nachdem wir beim letzten Stadtfest beim Stand der evangelischen Kirche aufgetreten sind, würden wir gerne auch mal auf die große Stadtfest-Bühne." Und es gibt berechtigte Hoffnung, wie Hornscheidt verrät: "Die Veranstalter haben schon durchblicken lassen, dass es einen Programmplatz auf der großen Bühne geben könnte. Und nicht nur das. Auch bei ,HeiligenRock' könnte die Alte Kirche zur Bühne für Future Leavings werden."

Quelle: RP
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