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Heiligenhaus
Gesamtschüler essen heute vegetarisch

Heiligenhaus: Gesamtschüler essen heute vegetarisch
Die Ressourcen der Welt reichen für alle Menschen aus. Alle müssten satt werden. Die Wirklichkeit sieht anders aus, lernen die Sechstklässler. FOTO: A. Blazy
Heiligenhaus. Die Aktionswoche "MAHLZEIT mit sinnEN" stellt vor allem die Frage nach der fairen Verteilung der Ressourcen. Von Sandra Kreilmann

"In großen Teilen Afrikas können die Menschen nicht einfach in den Supermarkt gehen und sich aus einer riesigen Auswahl bedienen, so wie wir hier. Viele Menschen haben dort gar nichts zu essen und sterben; und hier schmeißt man viel Essen einfach weg." Es sind nachdenkliche Sechstklässler, die durch die Ausstellung "MAHLZEIT! - Ein Planet. 9 Milliarden. Alle satt" durch das Forum der Gesamtschule gehen.

Denn eigentlich, so lernen die Schüler, reichen die Ressourcen der Welt dafür, dass eigentlich alle satt werden müssten. Warum ist das nicht so? Die Jungs der 6a machen sich viele Gedanken: "Viele Lebensmittel werden aus ärmeren Ländern zu uns geschickt, wir müssten auch viel mehr geben." Die Mädchen der 6a basteln währenddessen an einem "Fleischkalender", auf dem soll dokumentiert werden, ob und wie sich der Fleischkonsum der Klasse, inklusive Lehrer, entwickelt. Isst die 6a weniger Fleisch? "Das ist eine spannende Frage", findet Lehrer Markus Happel, der seinen eigenen Fleisch-Konsum selbst auf den Prüfstand stellen wird. Die Aktionstage "MAHLZEIT mit sinnEN" dreht sich um Themen wie Ernährung und unseren Umgang damit. Eine Schülerin der 6a isst seit einer ganzen Weile kein Fleisch mehr. Das brachte ihre Klasse dazu, im Rahmen dieser Aktionstage mal einen fleischlosen Tag an der Gesamtschule zu organisieren. Auch die Mensa macht mit. "Es geht nicht darum, die ganze Klasse oder gar die Schule zu Vegetariern zu machen. Ich bin ja schließlich auch keiner", sagt der Biologie-Lehrer Happel, viel mehr wolle man ein Bewusstsein dafür schaffen, dass diese reichhaltige Auswahl an Lebensmitteln nicht selbstverständlich ist und man möchte zum Nachdenken anregen. "Nachhaltigkeit darf nicht nur ein Wort sein, wir müssen das für die Schüler fassbar machen." Wörter wie Massentierhaltung, Armut, Überfluss, Klimawandel sind für die Schüler nicht abstrakt, sie wissen genau, was sich dahinter verbirgt.

Was der "ökologische Fußabdruck" ist, lernen die Gesamtschüler zum Beispiel bei Hörspielen. Hinter dem Projekt steht die Multivision gemeinsam mit Oxfam, die bereits im Frühjahr mit einem Projekt an der Gesamtschule zu Gast waren. Auch dort ging es um den ökologischen Fußabdruck. "Für die jüngeren Schüler war das allerdings nicht die geeignete Art und Weise, um ihnen das Thema nahe zu bringen. MAHLZEIT mit sinnEN arbeitet kindgerechter", erklärt Happel. Die Devise ist hier: Je früher desto besser. "Wir möchten erreichen, dass die Schüler Geglaubtes in Frage stellen, selbst denken und Zusammenhänge verstehen. Und wir möchten einen entscheidenden Schritt weitergehen, denn immerhin geht es um Lebensmittel, um Nahrung, um Genießen mit gutem Gewissen: Die Schüler sollen Nahrungsmittel, deren Produktion, Vertrieb und Verzehr sehen, hören, schmecken, riechen und fühlen - "MAHLZEIT mit sinnEN" eben", so Happel. Und die Schüler sind überzeugt: "Wenn wir allein einen Tag kein Fleisch essen, kann das schon helfen."

Quelle: RP
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