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Analyse
Gezerre um Plätze für Hauptschüler

Ratingen. Düsseldorfer Hauptschulen stoßen an Kapazitätsgrenzen. Das hat Auswirkungen auf Ratingen. An- und Ummeldungen von hier werden für das kommende Schuljahr nicht angenommen. In der Ratinger Schulverwaltung fragt man sich, ob das rechtlich so haltbar ist. Von Paul Köhnes

Die Elsa-Brandström-Hauptschule in Lintorf ist die letzte verbliebene Hauptschule im Stadtgebiet. Der Betrieb läuft zum Ende dieses Schuljahrs aus, Anmeldungen waren daher seit Jahren nicht mehr möglich. Das ändert aber nichts daran, dass es die alte Hauptschul-Klientel gibt. Sowohl ab Klasse fünf, wie auch bei sogenannten Schulformwechslern. Vor allem Letztere könnten von einer Entwicklung betroffen sein, auf die jetzt die Schulpolitiker der Ratinger CDU aufmerksam machen. In der Region gibt es einen eindeutigen Trend: Im Kreis Mettmann gehen im Vergleich zum Vorjahr 244 weniger Schüler auf eine der sieben Hauptschulen. Doch Statistik kann künftig drohende Verwerfungen weder konkret benennen noch im Sinn der betroffenen Schüler ändern. Das zeigt die Reaktion der Ratinger Schulverwaltung auf das aktuelle Problem.

Das sagt die Ratinger Schulverwaltung: Man sei "von einer Düsseldorfer Hauptschule darüber informiert worden, dass sie schriftlich angewiesen worden seien, ab sofort keine auswärtigen Schüler mehr aufzunehmen. Dies vor dem Hintergrund, dass ansonsten die Aufnahmekapazität der Hauptschulen für die Düsseldorfer Schüler nicht mehr ausreiche. Die Aufnahmeanträge der für das Schuljahr 2017/2018 angemeldeten Kinder würden schriftlich abgelehnt."

Klingt eindeutig, ist es aber offenbar nicht. Denn "ob dieses Verfahren rechtlich abgesichert ist, ist hier noch nicht bekannt, da es hierzu eines entsprechenden Ratsbeschlusses der Stadt Düsseldorf bedarf, welcher hier (noch) nicht vorliegt." Außerdem, so das dezente Monitum aus Ratingen, müsse die Stadt Düsseldorf im Rahmen ihrer Schulentwicklungsplanung derartige Maßnahmen mit den beteiligten Schulträgern abstimmen, und eine Abstimmung ist bisher nicht erfolgt. Bisher konnten Ratinger Schüler insbesondere die Hauptschulen am Rather Kreuzweg und an der Graf-Recke-Straße besuchen. Eine Ablehnung der Aufnahme Ratinger Kinder war seitens der Düsseldorfer Schulen rechtlich kaum möglich, da es in Ratingen kein entsprechendes Hauptschulangebot mehr gibt. Wie viele Schüler betroffen sind, ist noch nicht bekannt, "da es sich vorwiegend um Schulformwechsler handeln dürfte, die in die Klasse sieben einer Hauptschule wechseln müssten". Wie künftig mit dem Problem der Beschulung potenzieller Hauptschüler umgegangen wird, ist im Rahmen der Schulentwicklungsplanung für die Sekundarstufe zu regeln, welche aktuell erarbeitet wird.

Das sagt die Düsseldorfer Schulverwaltung: "Es ist richtig, dass die Aufnahmekapazitäten an den Düsseldorfer Hauptschulen in den oberen Jahrgängen ab der Klasse sieben erschöpft sind, da bereits zum nächsten Schuljahr (2017/18) mit erhöhten Rückläufern aus den Realschulen zu rechnen ist."

Florian Dirszus verweist auf Anfrage auf Vorgaben des Schulgesetzes: "Losgelöst von dieser Thematik ist die jeweilige Schulleitung für Aufnahmen und auch Ablehnungen zuständig."

Eins steht fest in der Gemengelage: Die betroffenen Schüler haben ein Recht auf Unterstützung. Es kann nicht angehen, dass sie es allein sein werden, die das Ende einer Schulform ausbaden.

Quelle: RP
 
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