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Ratingen
Gottesdienst in Ost erinnert an Völkermord

Ratingen. Im Jahr 1915 begann in Konstantinopel die Deportation von Armeniern. Vortrag heute in der Friedenskirche.

Ost (RP) An den ersten Völkermord 1915 an den Armeniern erinnert am Sonntag, 7. Juni, 11 Uhr, Friedenskirche, Hegelstraße 16, unter dem Titel "Ein anderssein ohne Angst?" ein ökumenischer Gottesdienst. Zur Vorbereitung gibt es heute, Dienstag, 2. Juni, einen Vortrag. Am 24. April 1915 begann im damaligen Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, die Masseninhaftierung und anschließende Deportation der intellektuellen, politischen und kulturellen Elite der Armenier. Diese bildeten den Auftakt für Massentötungen, denen in den Jahren 1915 und 1916 mehr als eine Million Menschen zum Opfer fielen. Das Deutsche Reich war beteiligt. "Gemeinsam mit der armenischen Kirche wollen wir uns 100 Jahre später an das Unrecht erinnern und nicht vergessen, Schuld bekennen, den Gewissensfragen von damals wie heute nachgehen und letztlich fragen, warum uns Fremdes oft Angst macht und wie das zu überwinden ist" so Pfarrer Thomas Gerold. Die ehemalige Bundestagsabgeordnete Margot von Renesse wird dazu den Konflikt zwischen sauberem Gewissen und pragmatischer Politik darstellen, Pfarrer Hratsch von der armenischen Kirche Köln von seinen Erfahrung erzählen und Weihrauch mitbringen. Friedenskirchenpfarrer Thomas Gerhold wird die Spur der Fragen und Aufgaben bis in unsere Tage ziehen. Für Musik sorgen im Gottesdienst der Düsseldorfer Komponist Prof. Oskar Blarr und die Ratinger Sängerin Cathrin Schuster-Sixt.

Für alle Interessierten und zur Vorbereitung dieses besonderen Gottesdienstes lädt die Friedenskirche, Hegelstraße 16, für heute Dienstag, 2. Juni, 19.30 Uhr, ein zum Gesprächs- und Gemeindeabend "Armenien", in der Friedens. Studienreisen zu den eindrucksvollen Kirchen der Armenier werden geschätzt. Viele von uns wissen leider wenig über die frühe armenische Kirche, über die erste christliche Staatskirche in Kleinasien, die beiden Verfolgungswellen durch die osmanische Staatsgewalt und das Stillschweigen des Deutschen Reiches dazu sowie die Lage der kleinen armenischen Restgemeinde in der heutigen Türkei. Referent ist Ernst-Albrecht von Renesse.

Quelle: RP
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