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Kreis Mettmann
Graue Haare? Stehen mir gut!

Kreis Mettmann: Graue Haare? Stehen mir gut!
Laura Lo Dico hat in ihr graues Haar bunte Strähnen färben lassen. Das ist jetzt der neueste Trend. FOTO: Isabel Klaas
Kreis Mettmann. Immer mehr junge Mädchen tragen Silber auf dem Kopf. Aktuell wird noch ein bisschen Pastell rein gemixt. Von Isabel Klaas

Manch einer gerät in Panik, wenn er das erste graue Härchen an sich entdeckt und lässt es möglichst schnell überdecken. Andere mutieren schon mit 18 zum Silberfuchs. Und das mit voller Absicht! Graue Haare sind Mode und haben spätestens seit dem Wandel von Birgit Schrowange zur Silber-Queen nichts mehr mit Oma-Look zu tun. Im Salon "Viel-Haarmonie" in Langenfeld-Langfort wird zwei- bis dreimal in der Woche der Wunsch nach silbergrauem Haar erfüllt, sagt Geschäftsinhaber Manuel Bohr. Die meisten Kundinnen sind zwischen 18 und Ende 40. "Es gibt ja heute tolle Grautöne mit viel Brillanz", sagt er.

Laura (29) Lo Dico, eine der Frisörinnen bei Viel-Haarmonie, trägt seit eineinhalb Jahren selbst einen silbergrauen Kurzhaarschnitt - zurzeit mit Pastell-Strähnen. "Das ist ganz aktuell", sagt sie. Zu ihrer Hochzeit tauchte sie zum ersten Mal als Silberfuchs auf. "Ich finde das toll", sagt sie. Neun von zehn Freunden sähen das ebenso. Auch Kollegin Mandy (23) liebt grau, allerdings nur in den Spitzen ihrer langen, glatten Haare. "Vor zwei bis drei Jahren schwappte der Trend aus den USA zu uns herüber", sagt Manuel Bohr. Und seitdem ist die Nachfrage bei Viel-Haarmonie ungebrochen.

Anders bei Susanne Klein im Salon Haargenau an der Turmstraße in Monheim. "Ja, wir haben junge Frauen, die sich die Haare grau färben lassen", sagt die Friseurmeisterin, "aber eigentlich ist dieser Trend schon wieder vorbei." Auf keinen Fall ist Silbergrau das neue Blond geworden. Bei Haargenau wächst die Nachfrage nach "Fallyage", wie der Fachmann es nennt. Das sind rötliche, goldene und braune Herbsttöne, die aber nur zu den Spitzen hin verlaufen. Der Ansatz bleibt dunkel. Fallyage kommt von Herbst (englisch fall) und löst "Balayage" ab. Das war im Sommer angesagt: Vom dunklen Ansatz aus werden die Haare bis zu den Spitzen hin kräftig aufgehellt.

Auch in Hilden sind junge Frauen mit grauen Haaren zu sehen - wie zum Beispiel Yvonne Wolf, Friseurgesellin beim Salon "Authentica" an der Schulstraße. Seit dem Sommer trägt sie die Haarfarbe "Perlsilber", "und mir gefällt's sehr gut. Das bleibt erst mal." Auch ihr Partner habe damit keine Probleme. Allerdings, so betont ihre Chefin, Friseurmeisterin Kerstin Scheffer, müssen Frauen mit grauer Haarfarbe auf ein modisches Outfit achten. "Wichtig ist es, sich zu schminken. Smokey Eyes zum Beispiel. Oder ein schöner roter oder violetter Lippenstift. Ansonsten sieht es tot aus. Man muss schon ein stylisher Typ für graue Haare sein", sagt sie.

Vom Graufärben rät sie übrigens Kundinnen jenseits der 40 ab. "Denn mit grau gefärbten Haaren sieht man in dem Alter schnell mal fünf Jahre älter aus", hat sie beobachtet. Und von einem Schrowange-Effekt kann sie nicht berichten: "Ich habe in den vergangenen acht Jahren nur zwei ältere Kundinnen gehabt, die sich ihre Farbe rauswachsen ließen und auf Naturgrau umgestiegen sind." Eine davon lasse sich mittlerweile wieder färben.

Für das Haar ist das Graufärben übrigens nicht immer ganz unproblematisch. "Das klappt nur bei mittelblonden bis braunen Haaren. Auf keinen Fall bei schwarz gefärbtem Haar oder schwarzem Naturhaar", sagt Manuel Bohr. Immerhin müssen dem Haar vor der Grautönung sämtliche Pigmente entzogen werden, um sie dann kolorieren zu können. Wer allerdings schon einen grauen Schopf hat, der kann ihm mit einer Tönung einen brillanten Glanz verleihen. "Denn naturgraue Haare sind in der Regel spröde und stumpf", sagt der Fachmann. Strapaziös fürs Haar kann es auch werden, wenn es vorgefärbt ist. "Und das ist bei den meisten jungen Frauen der Fall", sagt der Friseur. "Da muss man dann vorsichtig sein."

Jungen Mädchen unter 18 Jahren muss jeder Friseur in Sachen Färben eine Absage erteilen. "Das ist gesetzlich verboten. Nicht wegen der Chemikalien auf dem Kopf, sondern weil die Haarfarbe den Menschentyp verändert", sagt Manuel Bohr.

Quelle: RP
 
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