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Kreis Mettmann
Grippeviren feiern an Karneval mit

Kreis Mettmann: Grippeviren feiern an Karneval mit
Auch beim Straßenkarneval an der frischen Luft ist die Gefahr gegeben: Jedes Jahr erkranken mehrere zehntausend Menschen in Deutschland an einer Grippe. FOTO: Agnes Sadlowska
Kreis Mettmann. Für die Karnevalstage erwarten Experten einen Anstieg von Grippefällen - und geben Tipps, wie man gesund bleibt. Von Jessica Balleer

"Dat Bützen" ist im Düsseldorfer Karneval keine Sünde. Denn das Küsschen mit geschlossenem Lippen ist kein Ausdruck des Begehrens, sondern vielmehr ein Zeichen des Frohsinns, und der freundschaftlichen Verbundenheit. Unverbindlich und zu nichts verpflichtend, verteilt man es gerne und zahlreich an seine jecken Freunde - und genau das lässt Apotheker und Mediziner hellhörig werden. Denn Gesundheitsexperten erwarten über die Karnevalstage eine Zunahme der aktuellen Grippewelle. Und sie geben Tipps, wie man verhindern kann, über die "Tollen Tage" krank zu werden, ohne gleich komplett auf das Bützen und den ausgelassenen Frohsinn verzichten zu müssen.

Sie lauern auf Türgriffen, Gläsern, Flaschen und in der Atemluft: Wenn die maskierten Karnevalsjecken in Hallen, Bars und geschlossenen Räumen feiern, feiern auch Viren mit. Auch beim Straßenkarneval an der frischen Luft ist die Gefahr gegeben, denn luftige Kostüme sind bei kalten Temperaturen problematisch: Schnell kann der Körper auskühlen. Vor allem über die Füße zeiht die winterliche Kälte hinein.

"Dann ziehen sich die Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum zusammen und werden weniger durchblutet, so dass Grippeviren, die in die oberen Atemwege eindringen, schlechter abgewehrt werden können", warnt Inge Funke, Pressesprecherin der Apotheker in Mettmann, Ratingen und Velbert. Reichlich Alkohol, ein hoher Tabakkonsum und Schlafmangel sind weitere Faktoren, die das Immunsystem schwächen und Grippen begünstigen. Bei der Grippe, medizinisch "Influenza" genannt, handelt es sich um eine akute, schwere und hoch ansteckende Infektionserkrankung. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehrere zehntausend Menschen - vor allem in der Winterzeit. An Karneval herrscht also eine Art Hochkonjunktur der Viren, denn es gibt wenige andere Events, bei denen sich viele Menschen, auf so engem Raum, so nahe kommen.

Zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome liegen wenige Stunden oder bis zu drei Tage. Ansteigendem Fieber von mehr als 38,5 Grad folgen typische Symptome wie Kopf-, Glieder-, Halsschmerzen und ein trockener Husten. Wer aber trotzdem ausgelassen feiern und sich die Freude am Karneval nicht nehmen lassen möchte, der kann sich selbst schützen. Der wirksamste Schutz vor der Grippe ist eine Impfung beim Arzt. Auch im Winter kann sie noch sinnvoll sein, denn "der Höhepunkt der Grippewelle steht wohl noch bevor", sagt Inge Funke. Vor Karneval wird das aber kaum mehr zu schaffen sein. Warme Kleidung, viel Bewegung und Alkohol in Maßen sind hingegen immer ein guter Ratgeber. Noch wichtiger, aber häufig unterschätzt, ist die Handhygiene. Möglichst häufiges Händewaschen und das Benutzen zertifizierter Desinfektionsmittel kann Viren fernhalten. Klein und handlich, sind Desinfektionssprays aus Apotheke oder Drogerie auch handlich für unterwegs.

Den Jecken der Region gibt Inge Funke noch eine positive Botschaft mit auf den Karnevalsumzug und in die jecke Zeit des rheinländischen Brauchtums: "Gute Laune stärkt die Immunabwehr", sagt Funke. So hat das Karnevalfeiern an sich einen schützenden Effekt.

Einer der Gesundheitstipp der Expertin, den wohl jeder gerne befolgen wird, damit auch Tage nach Aschermittwoch "toll" werden.

Quelle: RP
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