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Ratingen/Heiligenhaus
Größter Feuerwehreinsatz seit Jahren

Ratingen/Heiligenhaus: Größter Feuerwehreinsatz seit Jahren
Der Kampf gegen die Flammen war erst am Samstagmorgen beendet. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen/Heiligenhaus. 150 Helfer kämpfen gegen den Brand auf einem Firmengelände in Heiligenhaus. Die Ursache steht noch nicht fest. Von Norbert Kleeberg

Der verheerende Brand auf dem Firmengelände der Firma Mosca in Heiligenhaus hat die Feuerwehren des Kreises vor extreme Herausforderungen gestellt. 150 Feuerwehrleute waren zeitweise im Einsatz (die RP berichtete). Personen wurden nicht verletzt, Anwohner konnten bereits am Samstag in ihre Häuser zurückkehren. Die Kripo ermittelt, die Brandursache ist noch unklar, ebenso die Höhe des Schadens. Eine Chronik zeichnet die Ereignisse der vergangenen Tage nach.

Gegen 18.57 Uhr meldete die Feuerwehr einen Brand in einem Betrieb an der Talburgstraße. Zunächst dachte man an eine Übung, die bei der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenhaus turnusmäßig vorgesehen war. Doch als die ersten Kräfte ausrückten, zeigte sich schnell: Das ist keine Simulation. Eine hohe Rauchsäule stand über dem Ortsteil Wassermangel. Einsatzleiter Ulrich Heis betonte: "Direkt nach der ersten Erkundung auf dem Firmengelände war klar, dass hier unsere Kräfte nicht ausreichen." Es wurden mehrere Gasflaschen aus einem gefährlichen Bereich weggeschleppt. Feuerwehrsprecher Nils Vollmar: "Es hätte mehrere heftige Explosionen geben können, wenn uns das nicht gelungen wäre."

Fotos: Großbrand bei Firma Mosca in Heiligenhaus FOTO: Blazy, Achim

Das Feuer hat die Wand- und Dachkonstruktionen stark verformt. Ein Eindringen in die Gebäude wäre zu gefährlich gewesen. Die Feuerwehr muss von außen ran. Es wurden Drehleitern aus den Städten Ratingen, Heiligenhaus, Mettmann und Velbert eingesetzt. Und die Feuerwehr nahm an acht Punkten Schadstoffmessungen vor. Vollmar betonte: "Es wurden keine gesundheitsgefährdenden Stoffe nachgewiesen." Häuser an der Talburgstraße und am Schopshofer Weg wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert. Anwohner wurden per Durchsage gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Ratinger Feuerwehr unterstützte den Kampf gegen die Flammen mit rund 60 Kräften, musste den sogenannten Grundschutz in der eigenen Stadt gewährleisten. Gegen 21.29 Uhr meldete sich ein Heimrauchmelder in einer Wohnung an der Gustav-Linden-Straße. Bereits eine Minute nach der Alarmierung machte man sich auf den Weg, es ist aber nichts passiert. Eine Mieterin konnte in ihre Wohnung zurückkehren. Unterdessen ging der Einsatz in Heiligenhaus weiter. Um dem starken Wasserbedarf nachzukommen, legte man mit Hilfe eines Schlauchwagens aus Mettmann eine Leitung von der Höseler Straße aus.

Eine Besonderheit: Die Feuerwehr Ratingen setzte ein Vorauslöschfahrzeug ein, System Cobra. Dieses Fahrzeug wird im Zuge eines Landesprojektes getestet. Mit Hochdruck wurde fein vernebeltes Wasser in den Brandraum gepeitscht, durch Fenster und sogar Wände. So konnte sich der Brandherd von außen gefahrlos kühlen lassen.

Die Kripo hat am Brandort die Ermittlungen aufgenommen. FOTO: Blazy, Achim (abz)

Gegen 1 Uhr wurden die Kräfte der Feuerwehr Heiligenhaus von Kollegen der Nachbarstädte abgelöst. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, die Hallen durften nicht betreten werden. Ein großer Schaumteppich sollte die letzten Flammen ersticken. Am frühen Morgen lösten 25 Einsatzkräfte aus Heiligenhaus die letzten Ratinger Kollegen ab, die die Brandstelle bewacht hatten. Die evakuierten Häuser an der Talburgstraße und am Schopshofer Weg wurden mit Hilfe von Messgeräten kontrolliert. Die Bewohner, die bei Freunden und Bekannten untergekommen waren, kehrten in ihre Häuser zurück. Gegen 11 Uhr war der Einsatz beendet. Die Kriminalpolizei übernahm den Brandort. Wehrleiter Ulrich Heis konnte am Samstagabend keine weiteren Glutnester entdecken.

Feuerwehr-Sprecher Vollmar zog Bilanz: "Anfang des Jahres hatten wir einen Großbrand, jetzt dieser Einsatz. Es waren große Herausforderungen für die zweitkleinste Feuerwehr des Kreises."

Die Schäden an den Gebäuden der Firma Mosca in Heiligenhaus sind immens. Die Dachkonstruktionen wurden aufgrund der Hitze regelrecht verformt. FOTO: Blazy, Achim (abz)
Quelle: RP
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