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Ratingen/Heiligenhaus
Großrazzia: Polizei hebelt Tür auf

Razzia gegen Hells Angels in 16 NRW-Städten: Verbot von Rockern aus Erkrath
Ratingen/Heiligenhaus. Auch in Ratingen und Heiligenhaus durchsuchten zahlreiche Einsatzkräfte Wohnungen und eine Bar. Von Oliver Wiegand und Norbert Kleeberg

Hohes Polizeiaufkommen am frühen Morgen: Die groß angelegten Aktionen gegen die Hells Angels und deren Untergruppe Clan 81 waren von langer Hand vorbereitet worden. Gestern früh, als es noch dunkel war, startete die Großrazzia - auch in den Städten Ratingen und Heiligenhaus. Die federführende Polizei in Essen gab sich auf Nachfrage äußerst bedeckt. Fakt ist: Es bestehen seit langem enge Verbindungen der Rocker nach Ratingen und Heiligenhaus.

In der Vergangenheit gab es auch Probleme mit rivalisierenden Gruppen. So wurde zum Beispiel am Rande der Innenstadt vor einiger Zeit ein schweres Motorrad in Brand gesetzt - was offenbar als Warnschuss galt. Einsätzkräfte durchsuchten gestern unter anderem Wohnungen und einen Club auf der Hauptstraße in Heiligenhaus. Ihr Hauptziel war es, Beweismaterial sicherzustellen.

Razzia gegen Rocker in NRW FOTO: Oliver Wiegand

Einsatzschwerpunkt war die Stadt Erkrath: Als gestern Morgen um 8.01 Uhr die Sonne aufging, war die Polizei in Hochdahl schon zwei Stunden im Einsatz. Mit Unterstützung von Spezialkräften und mehreren Dutzend Beamten wurden in Erkrath insgesamt zwölf Wohnungen durchsucht. Am Hochdahler Markt klingeln die Beamten in einem Hochhaus schon um 6 Uhr. In einer Wohnung lebt offenbar ein Mitglied des Hells Angels Clubs Concrete City. "Die Mitglieder des Vereins sind nachweislich kriminell. Ihr Alltag besteht aus Gewalt, Waffen, Drogen und Zwangsprostitution", heißt es in einer Verfügung des Innenministeriums.

Seit den frühen Morgenstunden war die Mitgliedschaft in dem Verein Hells Angels Concret City sowie seiner Unterstützer-Organisation Clan 81 verboten. Die Polizei setzt das Verbot nun durch. "Unsere Beamtem haben den Mitgliedern das Verbot schriftlich überreicht", sagte Ulrich Löhe, Sprecher der Polizei im Kreis Mettmann. Bei der Gelegenheit wurden auch die Wohnungen der Hells Angels durchsucht und dabei Computer und Laptops beschlagnahmt. Die Beamten haben aber auch den Auftrag, das "Vereinsvermögen" des Clubs sicherzustellen. Dazu gehören offenbar hochwertige Harley Davidson Maschinen, die in Erkrath-Hochdahl gleich an zwei Standorten beschlagnahmt werden.

In Trills war ein örtlicher Abschleppunternehmer mit mehreren Angestellten am Ort, um gleich zwei Harleys aus einer Garage im Hinterhof herauszuholen und zu verladen. Fakt ist, dass die Polizei die Mitglieder von Rocker-Clubs in Erkrath besonders im Blick hat - aber nicht nur dort.

Quelle: RP
 
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