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Heiligenhaus
Grüne fordern mehr Angebote für Jugendliche

Heiligenhaus. Die lauen Frühlings- und Sommernächte haben auch ihre Schattenseiten: verdreckte öffentliche Plätze, Scherben und abendliche Ruhestörungen. Vielfach werden diese Missstände "wild feiernden Jugendlichen" zugeschrieben. Die Stadtwacht verzeichnete in den letzten beiden Jahren im Bereich Jugendschutz (Alkohol, Rauchen, Ruhestörung) mehr als doppelt so viele Fälle wie im Jahr 2013. Die Platzverweise haben sich 2015 im Vergleich zu 2014 fast verdoppelt.

"Das Problem ist doch zum Teil hausgemacht." So kommentiert dies Thomas Pischke, sachkundiger Bürger für die Fraktion Bündnis90/Die Grünen. "Seit wirklich langem kritisieren wir doch nun schon, dass es gerade für die Altersstufe der 16- bis 24-Jährigen so gut wie gar keine Angebote kultureller Art in Heiligenhaus gibt." Das Angebot des städtischen Kulturbüros richte sich fast ausschließlich an eine deutlich ältere Zielgruppe. Auch im Kulturausschuss sei darüber häufiger diskutiert, bediene das Angebot des städtischen Kulturbüros doch fast ausschließlich nur eine deutlich ältere Zielgruppe.

In den Fällen der "wild feiernden Jugendlichen" wollen das Ordnungsamt, die Stadtwacht und die Heiligenhauser Polizei nun ein Konzept entwickeln. "Statt die Verantwortung wieder alleine den repressiven Vertretern der Staatsmacht zu überlassen, sollte man den Jugendlichen Alternativen schaffen und anbieten", meint dazu Thomas Pischke.

"In der Vergangenheit waren es mal unsägliche Schallkanonen, heute sind es Stadtwacht und Platzverweise. Aber jede Erfahrung bestätigt doch, dass Vertreibung ein Problem nur verlagert - nicht löst." Vielmehr müssten präventive Angebote geschaffen werden. Der Jugendrat gehe mit seiner "Jugendumfrage" einen richtigen Schritt, um die tatsächlichen Bedürfnisse der Jugendlichen zu ermitteln. Diese müssten dann aber auch angemessen umgesetzt werden.

Da in der Sondersitzung des heute tagenden Jugendhilfeausschusses erneut der "Kinder- und Jugendhilfeplan 2016-2020" zur Abstimmung steht, sei dies noch einmal der richtige Moment über dieses Thema zu beraten, meint Pischke.

(jün)
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