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Analyse
Grundschulen stellen sich neu auf

Analyse: Grundschulen stellen sich neu auf
Die i-Dötze der Grundschule Schulstraße erwischten gestern einen nassen ersten Schultag. Ihre Schule steht auch im Blickpunkt der Planer. FOTO: A. Blazy (1) / Archiv (1)
Heiligenhaus. Für 242 i-Dötze in der Stadt hat die Schulzeit begonnen. Politik und Verwaltung nehmen derweil die neue Ausgestaltung der Schullandschaft in den Blick. Die Schülerzahlen steigen - entgegen älterer Prognosen. Geld für die notwendige Reaktion ist da. Von Paul Köhnes

Mit buntem Kennenlern-Programm starteten die i-Dötze des Schuljahrs 2017/2018 gestern in ihre Schulzeit. Sie lernen einen völlig neuen Alltag kennen. Doch es gibt auch eine Welt hinter Stundenplänen, neuen Schulfreunden, Lernlust und (hoffentlich ganz wenig) Lernfrust.

Denn zum Schuljahresbeginn gibt es Überlegungen, die Schullandschaft in der Stadt neu zu positionieren. Da dürfte eine Nachricht aus Berlin besonders gut ankommen: Nordrhein-Westfalen erhält im Rahmen des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes vom Bund 1,12 Milliarden Euro. Das Geld dient den Kommunen zur Modernisierung und Sanierung ihrer Schulen. Ziel ist es, die 1,12 Milliarden Euro den finanzschwachen Kreisen, Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen schnell, unbürokratisch und vollständig zur Verfügung stellen zu können. Heiligenhaus wird dabei mit 1.126.520 Euro bedacht. Das teilen in diesen Tagen mehrere Bundestagskandidaten mit.

Längst passé sind Prognosen der Gemeindeprüfer. Die hatten moniert, Heiligenhaus habe viel zu viel Platz in Klassenräumen - und hoben warnend den Zeigefinger. Vermehrter Zuzug von Familien in den vergangenen Jahren entwertete diese Prognosen nachhaltig. Bereits Anfang dieses Jahres hörte der Schulausschuss: Keine der fünf Grundschulen ist in ihrem Bestand gefährdet. Was nicht heißt, dass alles so bleibt, wie es ist. Ein Thema rückt derzeit die CDU in den Fokus - mit besonderer Betonung auf der Rolle, die die Grundschule Schulstraße künftig spielen könnte. Der Ansatz: Veränderte Lebensbedingungen und Familienentwürfe führen dazu, dass in Familien oft beide Elternteile voll berufstätig sind. Die angebotenen Betreuungszeiten der Grundschulen (Schulschluss bis 16 Uhr) decken sich dabei nur unzureichend mit dem Bedarf der Heiligenhauser Eltern. "Zusätzliche Hilfe von Großeltern oder Freunden in Anspruch nehmen zu können, um das Kind in ihrer Abwesenheit voll betreut zu wissen, diesen Luxus hat nicht jedes Elternpaar", resümiert der Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Propach. Verschärft wird diese Situation nach Meinung der CDU, sofern ein Elternteil alleinerziehend ist.

Die CDU schlägt vor, diesen Lebenswirklichkeiten gerecht zu werden und an einem Grundschulstandort die Betreuungszeiten von 7 bis 18 Uhr auszuweiten. Als optimalen Standort sehen die Christdemokraten die Grundschule Schulstraße. "Diese Schule ist konfessionell ungebunden, liegt für alle Heiligenhauser Kinder zentral erreichbar und hat noch Kapazitäten vorzuweisen", macht die schulpolitische Sprecherin Christina Buschbell in ihrem Antrag deutlich. Organisation und Kosten soll die Verwaltung mit dem Träger erörtern. "Wir möchten wissen, ob das machbar ist", so Buschbell. Einen Antrag hat die Kommunalpolitikerin der CDU nun für die nächste Sitzung des Ausschusses für Bildung und Sport gestellt. Der tagt am Donnerstag, 14. September.

Quelle: RP
 
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