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Ratingen
Gut behütet - mehr als ein Modegag

Ratingen. RP-Serie "Echt schön" (3): Renate Schmidt weiß alles über positive Wirkungen der schicken Kopfbedeckung. Von Valeska von Dolega

Sie kennt alle Trends und Modeerscheinungen, saisonale Kuriositäten und Dauerbrenner. Rund um das Thema Kopfbedeckungen ist Renate Schmidt nichts fremd, die inzwischen 72-Jährige ist gelernte Modistin und seit ihrem 16. Lebensjahr in der Hutbranche tätig.

"Ein Hut komplettiert das Outfit." Will man wirklich gut ausschauen, sollte das, was dann auf dem Kopf getragen wird, aber "nicht irgendwas sein. Es muss dann schon wirklich passen". Passen bedeutet hier Zweierlei. Denn einerseits ist dieses Accessoire dann der finale Glanzpunkt, der in Sachen Material und Farbe auf die übrige Bekleidung abgestimmt ist. Andererseits spielen Gesichts- und Kopfform eine wesentliche Rolle bei der Auswahl. "Das Gesamtbild muss stimmen." Die Größe aber auch, denn drückt oder zwickt die Kappe, hat das mitunter üblen Kopfschmerz zur Folge. Alles Aspekte, die sich nicht Pi mal Daumen theoretisch bestimmen lassen, sondern durchs Ausprobieren erkannt werden. Ihre Stammkunden aus Münster, Berlin und Düsseldorf wissen das zu schätzen. eine Kundin reist eigens aus Rom an, um hier am Obertor ihre Panama-Hüte zu kaufen.

Wie viele Hutmodelle sie in ihrem Geschäft am Arkadenhof hat, weiß sie nicht. "Das hat sich so angesammelt", grinst sie. Fehlt eine Farbe, Form oder ein spezielles Material, ordert sie nach. Früher hat sie ihre Modelle selbst gefertigt. In den wilden 60ern zum Beispiel Schirmkappen mit Riesentellern aus Samt. "Dazu fehlt jetzt die Zeit und das eigene Atelier." Aber auch, wenn die Kopfbedeckung im Allgemeinen und der Hut im Speziellen nicht mehr die perfekte Garerobe auszeichnen - es gibt ihn noch. "Er hat eine wichtige Schutzfunktion", die weite Krempe schützt das zarte Gesicht nicht allein vor forschen Blicken.

Das weite Rund sorgt ebenso dafür, dass Alabasterhaut keinen Schaden nimmt. Unprosaisch gesprochen hält er zu intensive und direkte Sonneneinstrahlung ab. In der kalten Jahreszeit kennzeichnet ihn eine weitere wichtige Funktion, er wärmt. "Noch besser machen das natürlich Mützen", verweist die Fachfrau auf einen anderen Teil ihres Sortiments.

50-50 ist das Verhältnis von weiblichen und männlichen Hutträgern in ihrem Geschäft. "Ganz viele junge Leute lassen sich aus den Medien inspirieren." An forderster Front dabei sind die hübschen jungen Damen aus britischen oder norwegischen Königshäusern. "Wenn Kate einen Fascinator auf hat, wollen alle anderen auch einen", sagt die Hut-Expertin über den filigranen Kopfschmuck, der zurzeit aus durchscheinenden Stoffen und filigraner Spitze en vogue ist. Und was den Frauen - je nach Anlass - wagenradgroßes Modell fürs Pferderennen oder minimalistisch zartes Gesteck für den Hochzeitstag, sind für Männer die gute alte Schiebermütze im modernen Erscheinungsbild, nach bester Wildwest-Manier ein Stretson oder ein Pork Pie.

Klingt essbar, ist aber eine Kopfbedeckung, wie sie Justin Timberlake oder Cara Delevigne tragen. Weitere Fashion-Stars, die dafür sorgen, dass der Hut eine echt schöne Mode-Ergänzung ist.

Quelle: RP
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