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Ratingen
Halloween-Party - nicht nur für Katholiken

Halloween-Party Ratingen 2015 - nicht nur für Katholiken
FOTO: Blazy, Achim (abz)
Ratingen. Zu ihrer Gruselparty erwartet die katholische Jugend von St. Peter und Paul wieder 40 bis 50 Kinder - nicht nur katholische. Von Gabriele Hannen

Vor drei Jahren gab es aus dem Kreis der Gläubigen in der Pfarre St. Peter und Paul noch Stress wegen der geplanten Halloween-Party der katholischen Jugend. Im letzten Jahr regte sich niemand mehr offiziell auf. Und deshalb erwarten die Jugendleiter auch in diesem Jahr bei ihrer Party keinen Ärger und rechnen mit 40 bis 50 Kindern.

In der Tat ist mancher Halloween-Spuk nicht jedermanns Sache, vor allem die eher ekligen Masken, die es gibt, wirken für eine karnevalistisch-rheinische Katholikenseele (und nicht nur die) schon ein bisschen abstoßend. Bei dem Protest vor zwei Jahren ging es allerdings nicht um widerlich oder nicht, der Protest drehte sich eher um eine vermeintlich heidnische Feier in kirchlicher Umgebung mit kirchlichen Veranstaltern und unmündigen Kindern.

Und so, wie der Valentinstag eher bei Blumengeschäften oder Juwelieren punkten als bei Erwachsenen in der zweiten Lebenshälfte, so ist Halloween, hier nicht beheimatet, auch nicht so beliebt wie beispielsweise St. Martin oder Nikolaus. Die Ratinger Wirklichkeit spendiert den Skeptikern allerdings mehrere Partys in Kneipen und privat und auch einen Geister-Umzug der Funken Rot-Wiss. Und das alles am Vorabend von Allerheiligen. Das Fest fällt in diesem Jahr auf einen richtigen Sonntag - ist es doch sonst, wenn der 1. November in der Woche liegt, nur in überwiegend katholisch geprägten Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag und bedeutet zumindest eines: Freizeit. Als Papst Gregor III. in den dreißiger Jahren des achten Jahrhunderts eine Kapelle in der Basilika St. Peter, also in einem originär christlichen Sakralbau, allen Heiligen widmete, legte er den Gedenktag auf den ersten November. Ausgehend vom westlichen Frankenreich breitete sich der damals neue Brauch über die gesamte Westkirche aus, und etwa hundert Jahre nach Gregor III. wurde das von ihm festgelegte Datum von Papst Gregor IV. für verbindlich erklärt.

Sicherlich verrät einem schon der Name, dass an diesem Tage aller Heiligen gedacht wird. Manchen mag das zu dem Trugschluss führen, es gehe hier lediglich um alle, die im Laufe der Zeit von kirchlichen Autoritäten heilig gesprochen wurden - doch die haben zumeist schon eigene feststehende Gedenktage. Es geht also um alle, die Gott nahe stehen. Und damit wäre man schon bei der Entstehungsgeschichte von Halloween, das in seiner aktuellen Erscheinungsform so wüst und wenig christlich daherkommt. Eigentlich hängt der Himmel ziemlich tief über seinem Beginn; da ist die Rede von keltisch-rituellem Treiben. Doch so etwas bietet immer gern den Anlass für christliche Übernahme.

Am 1. November hat das Hochfest schon vor Jahrhunderten Halloween seinen Namen geliehen. Die englische Bezeichnung der Halloween-Volksbräuche stammt nämlich mit Sicherheit vom Begriff "All Hallows' Eve", also, übersetzt, vom "Vorabend von Allerheiligen". Die weitere Geschichte ist so korrekt wie die von den Dumeklemmern, die dem Hl. Suitbertus so viel Arges antaten, dass sich der Mann zu einem Fluch hinreißen ließ. Es geht bei Halloween auch noch um beleuchtete Rüben zur Illumination, die - als europäische Christen nach Amerika auswanderten - zu Kürbissen mutierten. Klar, in der Neuen Welt gab es davon mehr als Rüben. Bei uns haben die Kürbisse inzwischen mächtig aufgeholt. Als Suppen- und als Patygrundausstattung. Sie sind an der Turmstraße von zehn Jugendleitern und Jugendleiterinnen auch schon vorbereitet. Immerhin gehört dieses Fest in der Pfarrei zu den Highlights der freien Jugendarbeit, die komplett ehrenamtlich von jungen Leuten geleistet wird und eher Eventcharakter hat: Karneval, Kanutour, Pfingsttour, Halloween, Plätzchenbacken. Das Team, das hier aktiv wird, ist in Ausbildung und Studium und muss sämtliche Aktivitäten allein auf die Beine bringen. Gut organisiert läuft wiederum die Arbeit mit den Messdienern und Messdienerinnen ab, die immerhin in gut geführten Gruppen angesprochen werden können.

Quelle: RP
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