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Heiligenhaus
Handgemachter Folk belebt die Szene

Heiligenhaus. Die Lokalmatadoren von "Fricklesome Amsel" können viel mehr, als sich einen seltsamen Namen auszudenken. Von Sandra Kreilmann

Es ist ein einzigartiges Projekt, das die Partnerstädte aus drei Ländern verbindet, das französische Meaux, das britische Basildon und das deutsche Heiligenhaus: "Never Forget" erinnert an drei Soldaten aus eben diesen Gegenden, deren Schicksale durch den Ersten Weltkrieg verknüpft wurden. Im letzten Jahr wurde das Stück bereits in Heiligenhaus aufgeführt, zuvor schon in Basildon, im November diesen Jahres wird es in Meaux auf die Bühne gebracht. Mit dabei werden dann auch wieder die Aushängeschilder des handgemachten Heiligenhauser Folk sein, die die musikalische Leitung des Stücks haben, das Quartett, das sich "Fricklesome Amsel" nennt.

Von dieser raren Gattung des heimischen Singvogels gibt es aktuell nur vier Stück und deren "Nester" sind in Heiligenhaus zu finden, wenngleich sie auch gerne in die Welt hinausziehen, um dort ihr musikalisches Spiel hören zu lassen.

Die beiden Gründungsmitglieder Hannes Johannsen und Peter "Piet" Klaus sowie Rike Ullenbaum und Sebastian Zimmermann, kommen dabei aus dem stark folk-begeisterten Heiligenhaus. Während es Künstler aus anderen Genres schwer haben, Publikum zum Beispiel in den Club zu locken, wie jüngst das Pop-Quartett "Durch und durch", schaffen es die Folk-Bands regelmäßig vor vielen Zuschauern zu spielen. Wie man trotzdem auch andere musikalische Angebote - im Kulturausschuss wurde unter anderem der Wunsch nach Hip Hop-Konzerten geäußert - trotz verknapptem Budget anbieten kann, und welches Angebot das überhaupt sein soll, wird derzeit in den dafür zuständigen Gremien diskutiert. So soll zukünftig der Jugendrat in Planungen einbezogen werden, der sich dieses Themas schon angenommen habe.

Bürgermeister Jan Heinisch erklärte im letzten Kulturausschuss, dass zukünftig ein Teilbetrag des Kulturbudgets den Ausschussmitgliedern für Vorschläge zur Programmgestaltung zur Verfügung gestellt werden könnten. Ideen sollen im nächsten Ausschuss diskutiert werden.

Was mache die Faszination Folk aus? "Es ist diese Atmosphäre der britischen Pubs, in denen das alte Liedgut gepflegt wird, etwas das in Deutschland fehlt", so Johannsen.

Wie es zum ungewöhnlichen Bandnamen - "Fricklesome" ist ein Fantasiewort - kam, erzählt der Gitarrist, Bodhranist und Sänger Johannsen: "Eine ganze Weile sei man ohne einen Namen aufgetreten, "und immer wieder kam die Frage, wie die Band denn nun heiße", so Johannsen.

Eine lustige Begebenheit entschied diese Frage dann: "Wir haben den irischen Song 'Black Velvet Band' gesungen, und in einer Zeile ist von einer 'Frolicsome Damsel' die Rede, also einer lebenslustigen Dame. Irgendwie hatten wir da aber einen Dreher drin, es kam 'Fricklesome Amsel' heraus und das hat uns so viel Vergnügen bereitet, dass das unser Name wurde." Es sei schwierig, bei den Vieren überhaupt mal Probentermine zu finden, aber irgendwie schaffe man es doch.

Für ihn wurde ein Auftritt der Band in Hannover dabei wahrhaft schicksalhaft: "Wir haben auf dem Kirchentag in Hannover gespielt und eine gewisse Irid, die mit ihrem Vater das Konzert gesehen hat, wünschte sich damals, dass, wenn sie mal heirate, diese Band auf ihrer Hochzeit spielen solle", erzählt Johannsen. "Und die Band spielte tatsächlich auf ihrer Hochzeit. Und ich war der Bräutigam."

Quelle: RP
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