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Heiligenhaus/Ratingen
Heinisch soll Drostes Nachfolger werden

Heiligenhaus/Ratingen. Erstmals seit Jahrzehnten hat die Ratinger CDU keinen eigenen Kandidaten für Land- und Bundestag. Von Wolfgang Schneider

Am Ende wurde alles gut bei der Wahl der CDU-Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahl im Norden des Kreises Mettmann. Zum dritten Mal schicken die Delegierten Peter Beyer in das Rennen um das Direktmandat, während es bei der Wahl für den Landtag das Ende einer Ära gab: Wilhelm Droste wollte nach 22 Jahren nicht mehr, der Heiligenhauser Bürgermeister Jan Heinisch soll die Nachfolge antreten.

Gerade um Beyer hatte sich so mancher noch vor einigen Wochen Sorgen gemacht, soll es doch innerparteiliche Bestrebungen gegeben haben, einen anderen Kandidaten zu positionieren. Er zeigte sich nach dem deutlichen Ergebnis (88,6 Prozent) erleichtert: "Ich freue mich jetzt auf den Wahlkampf." Unter den Augen von CDU-Landeschef Armin Laschet, der seine Parteifreunde in einer kämpferischen Rede auf die Wahlen einstimmte, erhielt Heinisch in der Aula des Kant-Gymnasiums bei seiner Wahl 85,5 Prozent. "Ich freue mich über das Ergebnis, ich bin ohne Erwartungen auf eine bestimmte Prozentzahl in die Wahl gegangen", so Heinisch. Ihm ist klar: "Das Direktmandat werde ich erst einmal gewinnen müssen. Bei der zu erwartenden Konstellation von sechs Parteien ist es auch nicht sicher, dass ein guter Listenplatz reicht." Die NRW-CDU wird ihre Liste erst Mitte November aufstellen, dann wird sich zeigen, ob Heinischs Wechsel relativ abgesichert ist. Fakt ist, sollte Heinisch, ebenfalls Jurist wie Beyer, nach Düsseldorf wechseln, wird in Heiligenhaus noch einmal gewählt werden müssen. Es falle ihm schwer, diesen Schritt zu gehen, zumal er noch im Sommer 2015 im Interview mit unserer Zeitung gesagt hatte, dass er sein Amt, für das er bis 2020 gewählt ist, auf jeden Fall erfüllen wolle - auch wenn ein Ruf aus Düsseldorf oder Berlin käme: "Da war aber auch noch nicht abzusehen, dass Wilhelm Droste nicht mehr kandidieren würde. Das hat die Situation dann verändert", sagte Heinisch, der auch stellvertretender CDU-Landesvorsitzender ist. Sollte er den Sprung in den Landtag schaffen, dann würde er sich gerne schwerpunktmäßig um die Bereiche Inneres oder Bauen kümmern.

Fakt ist aber sicherlich eines: Für einen Platz in den hinteren Reihen der CDU-Fraktion wird der ehrenamtliche Feuerwehrmann seinen Bürostuhl im Heiligenhauser Rathaus allerdings sicher nicht räumen. Eine Umstellung bedeutet die Nominierung des Heiligenhausers auf jeden Fall für die Ratinger Christdemokraten, die im Nordkreis zahlenmäßig den stärksten Anteil stellen. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten werden sie weder in den Bundes- noch in den Landtag einen Ratinger Vertreter schicken.

Quelle: RP
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