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Heiligenhaus
Hilfe für "vergessene Kinder"

Heiligenhaus: Hilfe für "vergessene Kinder"
Gemeinsam mit ihrem Mann, Dr. Carl-Heinz Ullrich, rief Petra Ullrich den Verein „Vergessene Kinder“ vor elf Jahren ins Leben. RP-archivfoto. Dietrich Janicki FOTO: RPO
Düsseldorf. Petra Ullrich organisiert seit elf Jahren Hilfe für rumänische Kinder. Bis Weihnachten sollen wieder zwei Lastwagen mit Sachspenden nach Siebenbürgen fahren.

Der kleine Verein "Vergessene Kinder" hat im vergangenen Jahrzehnt viel geleistet, ist für seine erfolgreichen Hilfsmaßnahmen ausgezeichnet worden – "nur von den großen Erträgen der Fernsehveranstaltungen erhält er nichts", schreibt Gründerin Petra Ullrich in einem Rückblick.

Um weiter tätig sein zu können ist er auf Hilfe angewiesen. "Vergessene Kinder" wurde vor elf Jahren gegründet, nachdem Petra und Dr. Carl-Heinz Ullrich sich persönlich von der enormen Hilfsbedürftigkeit dieser Menschen überzeugt hatten. Inzwischen konnten viele Verbesserungen in der Versorgung der Ärmsten der Armen erreicht werden.

Ullrich weiter: "Wenn auch einige der schwer kranken Kinder inzwischen gestorben sind, ein Licht am Ende des Tunnels ist sichtbar! Diesen todgeweihten Kindern konnte meist ein Sterben in Würde ermöglicht werden, zahlreichen anderen konnte geholfen werden, einige wurden sogar gerettet. Sie gehen inzwischen zur Schule, ins Gymnasium – haben aber die Menschen in Deutschland nicht vergessen, die ihnen das ermöglichten."

Sach- und Geldspenden seien jetzt notwendig, um die erfolgreichen Hilfsprojekte in Rumänien für Waisenkinder, Straßenkinder, tumor- und aidskranke Kinder sowie die neu gegründete Sozialstation weiterführen zu können. Die aktuelle angestrengte wirtschaftliche Lage verschlechtert die Spendensituation verständlicherweise.

Vielen Menschen sei nicht zuletzt durch die Diskussion über Unicef, bewusst geworden, dass persönlich geführte Vereine mit rein ehrenamtlicher Tätigkeit wie "Vergessene Kinder" mit wenig Aufwand viel Positives erreichen können. In den vergangenen zehn Jahren habe der Verein Hunderte von Tonnen an Hilfsgütern nach Rumänien, speziell Siebenbürgen, gebracht und dort gezielt verteilt.

Besonders über das Kloster in Grefrath, das Roten Kreuz in Heiligenhaus und die täglich in Anspruch genommene Sammelstelle am Medizinischen Zentrum Villa Nonnenbusch in Heiligenhaus kommen gut erhaltene Kleidung, Wäsche, Spielwaren.

Sie werden in einem Depot, das von den Kalkwerken Wülfrath gemietet wird, sortiert und gepackt. "Das Problem ist nicht der Mangel an Hilfsgütern sondern die finanzielle Grundlage im logistischen Bereich. Ein minimaler Anteil der Spenden aus den vielen Sammelaktionen der Fernseh- und Rundfunksendungen würde reichen, um die Arbeit für mehrere Jahre weiterführen zu können", so Ullrich.

Das Straßenkinderprojekt ist mit den Jahren so erfolgreich geworden, dass es seit einiger Zeit von anderen Hilfsorganisationen kopiert und in ähnlicher Form durchgeführt wird.

Viele Waisenhäuser konnten inzwischen geschlossen werden, die Kinder wurden in rumänischen Familien untergebracht. Diese Familien müssen allerdings unterstützt werden. "Vergessene Kinder" begleitet sie auf ihren Wegen mit Hilfe der dortigen Jugend- und Sozialämter.

Heranwachsende Waisen erhalten eine Berufsausbildung.

Die neue Sozialstation kümmert sich intensiv um ältere Menschen, die wegen Armut bedingter Schwäche, Unterernährung und Mangelkrankheiten hilflos herumliegen. Unheilbar kranken Kindern "ermöglicht der Verein zumindest ein würdevolles Sterben", schreibt Petra Ullrich in ihrer Bilanz der Vereinsarbeit für dieses Jahr.

Quelle: RP
 
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