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Homberg
Historische Homberger Orgel wird restauriert

Homberg: Historische Homberger Orgel wird restauriert
Seit Beginn der Arbeiten in der Christuskirche sind das Inventar und die neue Orgel mit Plastikplanen verhüllt, um sie vor einer möglichen Verschmutzung zu schützen. FOTO: Achim Blazy
Homberg. Der Förderverein hat die erforderliche Summe von 200.000 Euro zusammen. Zum 1. Advent 2017 soll das Instrument wieder erklingen. Von Gabriele Hannen

Irgendwie ist es ein Sieg der Beharrlichkeit: Nach etlichen Jahren eifrigen Geldsammelns, nach dem Aufspüren von Spendern in allen möglichen Institutionen hat der Homberger Förderverein "Romantische Orgel Christuskirche" tatsächlich die beachtliche Summe aufgetan, die zur Wiedererweckung der alten Orgel erforderlich ist. Mit der vom Bund bewilligten Fördersumme von 68.000 Euro sind nun 200.000 Euro im Sack - die Restaurierung ist gesichert. Antje Maijer vom Förderverein - und nicht nur sie - freut sich: "Wir sind glücklich, dass die Restaurierung nun endlich beginnen kann.

Die romantische Orgel, das Kind der Liebe des Fördervereins, befand sich bislang auf der Ostseite der Kirche oberhalb der Kanzel und ist inzwischen von der Orgelbaufirma Weimbs komplett rückgebaut und in ihrer Werkstatt in Hellenthal eingelagert worden. Hier wird sie ab dem kommenden Frühjahr restauriert, was voraussichtlich bis zum Herbst 2017 dauern kann. Anschließend erfolgen Wiedereinbau und Intonation durch die Firma Weimbs, so dass voraussichtlich zum 1. Advent 2017 das restaurierte original pneumatische Instrument wieder erklingen kann.

Ein Bild der denkmalgeschützten Orgel aus dem Jahr 2012 mit Hans Joachim Voortman. FOTO: Blazy Achim

Nun ist nicht nur die Christuskirche - Baujahr 1912 - denkmalgeschützt, sondern die romantische Orgel noch einmal besonders. Also waren in der Vorbereitung mancherlei Absprachen mit der Denkmalbehörde erforderlich. Und mit der Restaurierung des guten Stücks ist es auch nicht getan - viele Jahre ohne besondere Obacht haben auch am Bauwerk genagt.

Im Zusammenhang mit der Orgel-Reparatur wird auch die Christuskirche rund um deren Standort etliche Sanierungen erfahren: Die Gewölbe oberhalb des Altarbereichs, die Orgelkammer, die Blasebalg-Kammer und kleine Nebenräume auf der Ostseite der Kirche müssen baulich in Ordnung gebracht werden. Risse im Gewölbe, Feuchtigkeitsschäden, Probleme mit dem Schwitzwasser und anderes sind zu beseitigen, bevor das restaurierte Instrument wieder eingebaut werden kann.

Die Christuskirche steht wie die Orgel unter Denkmalschutz. FOTO: Blazy Achim

Erneuert werden auch die Heizungsanlage in Teilbereichen, die Elektroinstallation auf der Orgelempore an der Ostseite. Und, wenn man schon einmal dran ist, sollen auch die Holzdielen auf Ungeziefer-Befall untersucht werden. Die Ott-Orgel auf der Westseite der Kirche wurde zum Schutz vor Staub bereits zu Beginn der Sanierungsmaßnahmen eingehaust, also gründlich verhüllt.

Die Gemeinde entschloss sich, Carola Schober-Listmann, die als Presbyterin Baukirchmeisterin der evangelischen Kirchengemeinde Homberg ist, zur planenden und bauleitenden Architektin zu erwählen. Schätzungen gehen davon aus, dass die erforderlichen, das Gebäude erhaltenden Arbeiten auch noch einmal mit rund 150.000 Euro zu Buche schlagen. Eine Summe, die nicht vom Orgel-Förderverein aufzubringen ist, sondern von gemeindlicher oder kirchlicher Seite.

Die baulichen Arbeiten sollen bis zum 19. November ausgeführt werden. Danach erfolgt eine gründliche Reinigung der Kirche, damit sich die Gemeinde ab dem nächsten Totensonntag wieder Gottesdienste in den Kirchenräumen feiern kann. Jetzt allerdings noch mit Gesängen, nur von der Ott-Orgel begleitet.

Schon seit 1958 war die romantische Orgel nicht mehr regelmäßig gewartet worden. Ende der 60er Jahre war sie dann wirklich am Ende. So hatte das Presbyterium Bau und Ankauf eines neuen Instruments beschlossen, das bis heute seiner Bestimmung folgt. Es ist seit nun einem halben Jahrhundert im Dienst.

Wenngleich sich früher schon kirchliche Stellen für eine Restaurierung der alten Orgel ausgesprochen hatten, kam deren Finanzierung schließlich erst dann zustande, als sich Gemeindeglieder und Kunst- sowie Musikinteressierte entschlossen, das Geldsammeln selber in die Hand zu nehmen.

Was nun mit dem neueren Instrument geschieht, ist noch nicht in der Diskussion.

Quelle: RP
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