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Heiligenhaus
Hofermühle feiert im Grünen - trotz aller Sorgen

Heiligenhaus: Hofermühle feiert im Grünen - trotz aller Sorgen
Nur kurz abbiegen von der überlasteten Landstraße - und schon tut sich ein typisches Hofermühle-Panorama auf. FOTO: Achim Blazy
Heiligenhaus. 40 Jahre Bürgerverein - heute kommen viele Gäste. Die werden auch allerhand über die chronischen Verkehrsprobleme in der Idylle lernen. Von Paul Köhnes

Heute, am Vatertag, ist Tag für Urkunden in Hofermühle. Immerhin gilt es, Gründerväter zu ehren. Gründermütter natürlich auch - das ist eben eine Frage des Sprachgebrauchs. Jedenfalls ist Clarissa Freudewald bestens präpariert. Die Vorsitzende des Bürgervereins zeichnet Gründungsmitglieder des Vereins aus. Eine stattliche Liste: Inge Steinbach, Gerlinde Eisenblätter, Sigrid Weise, Heinz Heidbüchel Theodor Herrmann, Günter Schäfer, Hans-Günter Steinbach, Axel Weise und Wilfried Hambüchen.

Sie alle kennen ihren Stadtteil aus dem Effeff. Die Aussichten ins Grüne aus (fast) jedem Fenster. Die vielen Hinweisschilder auf Rad- und Wanderwege nahe des Angerbachs. Die unerschrockenen Rennradfahrer, die sich die L156 hinaufquälen oder heruntersausen (acht Prozent Steigung).

Und eben den täglichen Stau vor der Brückenbaustelle ausgangs der nadelöhr-engen S-Kurve Richtung Heiligenhaus. Lang sind die Wartezeiten nicht - gestoppt gut eine Minute an einem gewöhnlichen Nachmittag eines Wochentags. Ursache: Die alte Brücke über die Kalkbahn wird saniert. Architektin Anke Indra hat ihr Büro direkt an der Baustelle. Ihr Wunsch, trotz Stau: "Es könnte auch nach den Bauarbeiten bei der einspurigen Nutzung im Wechsel bleiben." Denn der Verkehr wird entschleunigt. Aber davon kann nach offiziellem Plan keine Rede sein. Im Gegenteil - wenn die A 44 fertig ist, soll eine neue Brücke her. Das lernte die Architektin zuletzt aus einem Antwortschreiben des Verkehrsministeriums auf ihre Anfrage hin (unsere Redaktion berichtete). Mehr Schwerverkehr Richtung A 44-Anschlussstelle - das ist eine der Sorgen, die Anwohner umtreiben. Zusätzlich baut die Firma Deges an der künftigen A44-Brücke. Erste Folgen: "Zwar sind die Baufahrzeuge angewiesen Schritttempo zu fahren - aber halten sich auch alle dran?" Das fragt Clarissa Freudewald rhetorisch. Und noch eine Geduldsprobe für Anlieger: "Freizeitler parken die Wege zu." Und das völlig unabhängig von Baustellen. Denn auch das ist Hofermühle: Rückzugs- und Freizeitgebiet für Radler und Spaziergänger, Reiter und Läufer. "Unser Bürgerverein ist mit der Stadt und der Baufirma in ständigen Austausch. Unser Ziel: Es soll für Hofermühle nicht allzu schlimm werden", sagt die Vereinsvorsitzende. "Es ist eben eine Geduldsprobe." Am Jubiläumstag heute bleibt aber sicher auch Zeit für eine Rückschau auf das Auf und Ab des Vereinslebens in vier Jahrzehnten. "Früher wurde viel mehr gemacht, von Skatspielen bis zu Fußballturnieren, Wanderungen, Fahrten, Sommerfesten", sagt Freudewald. "Bis ein Generationswechsel stattfand, dann änderte es sich." Sie selbst ist seit 15 Jahren Mitglied, seit diesem Jahr erste Vorsitzende. "Wir erleben zur Zeit wieder durch Zuzüge vermehrt Interesse. Wir feiern jedes Jahr Nikolaus herum eine Weihnachtsfeier, starten einmal im Jahr eine Fahrt, dieses Jahr ist eine "Erwachsenenfahrt" von Vallendar mit dem Schiff nach Andernach geplant." Im vergangenen Jahr war Familientour angesagt, da ging es nach Hamm zum Maximilianpark. Heute feiert der Verein sein Dorffest zum 35. Mal in Folge.

Im Oktober ist wieder Dreck-weg-Tag (der dritte). Und nach getaner Arbeit feiert man das Herbstfest.

Quelle: RP
 
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