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Ratingen
Hohe Auszeichnung für Fridman

Ratingen: Hohe Auszeichnung für Fridman
Vadym Fridman, hier mit seiner Frau Tamara und Landrat Thomas Hendele. FOTO: RP-Foto. A. Blazy
Ratingen. Landrat und Bürgermeister ehrten den Gründer des Vereins "Schalom". Von Wolfgang Schneider

Es sind Zeiten wie diese, in denen Lebensgeschichten wie die von Vadym Fridman noch eindrücklicher erscheinen, als sie es ohnehin schon sind. Und vielleicht ist es deshalb genau jetzt ein kleines Zeichen, das Hoffnung macht, dass Landrat Thomas Hendele und Bürgermeister Klaus Pesch den Gründer und Vorsitzenden des jüdischen Kulturvereins "Schalom" mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland auszeichneten. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

Sie wird verliehen im Namen des Bundespräsidenten. Eine finanzielle Zuwendung ist damit übrigens nicht verbunden, hier geht es rein um symbolische Anerkennung der Leistungen.

Und wie vielfältig die Aktivitäten und vor allem die Verdienste des heute 81-jährigen Fridman um das friedliche Miteinander aller Menschen in der Stadt sind, zeigte Landrat Hendele deutlich auf: "Einen wichtigen interkulturellen Beitrag leistet er durch viele freundschaftliche Kontakte zu Vereinen in der Stadt sowie auch zu den christlichen Kirchen und Moscheegemeinden." An einem weiteren Meilenstein von Fridmans Wirken gehen viele Ratinger meist achtlos vorbei: "Anlässlich des 75. Jahrestages der Reichspogromnacht war er 2013 an der Wiederherstellung des alten jüdischen Friedhofs an der Werdener Straße beteiligt", so Hendele. Auf Gedenktafeln dort stehen seitdem die Namen der in den Konzentrationslagern der Nazis getöteten Ratinger Juden.

Fridman wurde in der Ukraine geboren, musste nach dem Überfall der Nazis auf Russland fliehen. Nachdem die deutsche Wehrmacht von den russischen Kräften zwei Jahre später zurückgeschlagen worden war, konnte er mit seiner Mutter wieder in seine Heimat zurückkehren. Nach einer langen Zeit als Ingenieur kam er 2001 nach Ratingen. Der Verein "Schalom", den er kurze Zeit später mit gründete, hat rund 150 Mitglieder, Fridman ist seit der Gründung ununterbrochen Vorsitzender.

Quelle: RP
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