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Ratingen
Hotzenplotz ist ein liebenswürdiger Ganove

Ratingen. Zwei Stücke sind in dieser Saison auf der Naturbühne zu sehen. Die Technik spielt problemlos mit. Von Wolfgang Schneider

Sie sind Kummer gewohnt, die Macher von Theater Concept. Wer Jahr für Jahr auf der Naturbühne spielt, der weiß um die Unwägbarkeiten, die das Wetter so mit sich bringt. Und so gingen die Blicke von Tagesspielleiterin Tanja Bockelkamp und ihren Kollegen immer wieder wahlweise gen Himmel oder auf die Wetternachrichten auf dem Smartphone. Sollte die doppelte Premiere etwa einer Gewitterfront zum Opfer fallen? Sie tat es nicht, der Wettergott hatte ein Einsehen mit den Wittener Theaterleuten, die ihren Räuber Hotzenplotz fast im Trockenen zum ersten Mal aufführen können. Erstmals war damit eine zweite Premiere auf der Naturbühne zu sehen, denn neben Pippi Langstrumpfs Abenteuern gibt es eben in diesem Jahr im Wechsel auch die von Ottfried Preußlers gar nicht so unsympathischen Zeitgenossen zu erleben.

Dass das eine Herausforderung für alle Beteiligten ist, darüber waren sich die Macher von vorne herein klar - ein Großteil der Schauspieler muss in beiden Stücken ran, das Bühnenbild muss ohne große Schwierigkeiten angepasst werden. Und eins stellte sich bei der zweiten Premiere in diesem Frühsommer bereits klar heraus: Das Experiment ist ohne große Schwierigkeiten gelungen. Zumindest auf der Tribüne bemerkte niemand etwas, was so nicht sein sollte. Der Großteil der Kulissen besteht aus Drehelementen. Was gerade noch bayerisches Wirtshaus war, wird schon mit wenigen Handgriffen eine Insel im Taka-Tuka-Land - das war schon beeindruckend, was die Bühnenbildner da gezaubert hatten. Vor allem die Kleinen auf der Tribüne hatten dafür aber kein Auge, sie verfolgten gebannt, was der Räuber Hotzenplotz so erlebte.

Liebevolle und kindgerechte Inszenierungen, dafür kennt man die Wittener. Und auch diesmal enttäuschten sie ihre Fans nicht. Da wäre allen voran Robert Heinle in der Titelrolle zu nennen, der dem Helden der Geschichte etwas herrlich Tollpatschiges, absolut Liebenswürdiges einhaucht, so dass man ihn fast ein bisschen mögen muss, diesen an sich doch üblen Gesellen. Aber ob er wirklich so übel ist? Und wer fliegt eigentlich diesmal in den Teich vor der Bühne? Denn schließlich gehört das Bad zu einer Inszenierung auf der Naturbühne einfach dazu.

Konkurrenz bekamen die Darsteller übrigens von einem kleinen Vierbeiner. Tobi, ein kleiner, weißer Mischlingshund, wurde in einem Hundecasting nämlich als Hotzenplotzs Gegenspieler auserkoren. Und er machte seine Sache so gut, dass er sich schnell in die Herzen der Kinder spielte - und das ganz ohne den Räuber zu beißen. Dass es in diesem Jahr übrigens den ganzen Sommer über zwei Stücke zu sehen gibt, ist den Wünschen der Zuschauer geschuldet. Geplant sind insgesamt 60 Aufführungen. Die Abschlussvorstellung ist für den Tag der Deutschen Einheit geplant.

Quelle: RP
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