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Heiligenhaus
IHK-Umfrage: Zwei minus für die Stadt

Heiligenhaus: IHK-Umfrage: Zwei minus für die Stadt
IHK-Zweigstellenleiter Ulrich Hardt. Wirtschaftsförderer Peter Parnow, der Beigeordnete Harald Flügge und Bürgermeister Jan Heinisch (v. l.) bei der Präsentation der aktuellen Daten. FOTO: D. Janicki
Heiligenhaus. Zeugnistag zu Stimmung und Lage: 300 Passanten und 29 Geschäftsleute beantworten einen Fragenkatalog. Von Paul Köhnes

Ein Gradmesser für gute Stimmung im Handel fehlt in der aktuellen "Einkaufsstandort"-Umfrage der IHK unter Passanten und Geschäftsleuten. Der Bürgermeister selbst trug sie gestern bei der Ergebnis-Präsentation nach: "Ohne Reservierung bekommen Sie seit Wochen in der Heiligenhauser Gastronomie abends keinen Tisch mehr." Ebenso greifbare, in Einzelpunkten nicht ganz begreifliche Ergebnisse lieferte IHK-Zweigstellenleiter Ulrich Hardt. Er bescheinigte der Innenstadt grosso modo "keinen Riesensprung, aber eine stabile Entwicklung". Note: 2,4.

Die Schere zwischen Alltag und Fragebogen-Antworten illustrierte Bürgermeister Heinisch an einem kleinen Beispiel: "Dauernd werde ich auf der Straße angegangen nach dem Motto: ,Jaja, für Bänke ist Geld da'." Jeder fünfte Befragte dagegen vermisst in der Stadt "Ruhezonen und Sitzgelegenheiten".

Und satte 85 Prozent der 300 befragten Passanten antworten mit "Nein" auf die Frage: "Sind Ihnen in den letzten Jahren Veränderungen beim Einzelhandelsangebot aufgefallen?" Andererseits bekommt die Umgestaltung der Hauptstraße eine sehr gute Zeugnisnote im Vergleich zum Jahr 2011, als die IHK zuletzt fragte. Und noch eine deutlich erkennbare Schere zeigen die Umfrage-Ergebnisse. Die Geschäftsleute geben dere City insgesamt die Note Zwei minus, die Kunden sehen sie bei "Drei plus". Anders gesagt: Die positive Bewertung der Kaufleute wird von den Passanten nur ansatzweise geteilt.

Die Kunden vermissen zwar weniger Warenangebote als vor vier Jahren, sehen aber nach wie vor Nachholbedarf bei Schuhen, Elektrowaren und Bekleidung für Jugendliche. Auch wünschen sie sich einheitliche Öffnungszeiten, mehr Aktionen des Stadtmarketings, Ruhezonen, Sitzgelegenheiten und öffentliche Toiletten.

Möglicherweise sind das die Gründe dafür, dass die Passanten sich weniger lange in der Stadtmitte aufhalten als noch im Jahr 2011. Auch kommen sie seltener als vor vier Jahren ins Zentrum, geben dafür aber pro Person und Einkauf einen höheren Betrag aus - aktuell 25 Euro gegenüber 20 Euro 2011. Es ist schlicht so: "Die Leute laden ihren Kofferraum voll und sind schnell wieder weg", so Hardt.

"Zusammenfassend stellt der IHK-Experte fest, "dass mit der guten Innenstadtentwicklung insbesondere bei den Geschäftsleuten gepunktet werden konnte, aber weiterhin Defizite - insbesondere beim Branchenmix - gibt. "Hier gilt es also nachzubessern." Damit ist er einig mit der Stadtspitze. So "akzeptiert" Heinisch die Umfrageergebnisse als Zeugnis für den Stadtwandel, vermutet aber ein nach wie vor anhaltendes Imageproblem. Und er geht davon aus, dass im kommenden Jahr mit dem neuen Einkaufszentrum an der Kettwiger Straße eine völlig neue Ausgangslage für den innerstädtischen Handel da sein wird.

Nicht nur wegen der dann vorhandenen 240 neue Parkplätze und des großen Lebensmittel-Einzelhändlers im Zentrum.

Quelle: RP
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