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Advent Ankunft
Ihren Platz in der Altenpflege gefunden

Advent Ankunft: Ihren Platz in der Altenpflege gefunden
Jennifer Raberger (r.) misst Anneliese Schauf den Blutdruck. Die 93-Jährige lebt seit drei Jahren im Wohn- und Pflegezentrum. Im Hintergrund schaut Mechthild Weichenthal zu. FOTO: Staschik, Olaf (ola)
Ratingen. Jennifer Raberger ist glücklich. Mit Hilfe von "Bildung hoch drei" hat die 19-Jährige eine Lehrstelle bekommen. Von Christoph Schmidt

Das schönste Weihnachtsgeschenk hat sich in diesem Jahr Jennifer Raberger selber gemacht. Vor 14 Tagen hat sie einen Ausbildungsvertrag an der Bildungsakademie für Gesundheits- und Sozialberufe des Kreises Mettmann unterschrieben. "Nach einem Jahr bin ich Altenpflegehelferin, nach zwei weiteren Jahren Altenpflegerin", erzählt die 19-jährige Hildenerin: "Das habe ich vor. Die Altenpflege hat mir auf Anhieb gefallen." Zuvor wollte die junge Frau Schreinerin werden und hatte deshalb schon ein Jahr lang an einer vorbereitenden Maßnahme teilgenommen.

Doch das war nicht ihr Ding, spürte die 19-Jährige mit jedem Tag immer deutlicher. Was tun? Jennifer hatte keinen Plan, wurde immer unruhiger und unglücklicher. Bis sie auf Marius Beermann traf. Er ist Sozialarbeiter und arbeitet für Bildung hoch drei. In der gemeinnützigen Gesellschaft haben die Städte Hilden, Langenfeld und Monheim ihre Jugendwerkstätten zusammengefasst. Beermann nahm Jennifer an die Hand, überlegte gemeinsam mit ihr, welche Berufe zu ihr passen könnten - und besorgte ihr ein Praktikum im Wohn- und Pflegezentrum Stadt Hilden. "Für mich war wichtig, dass ich zu jemanden hingehen konnte", erklärt die junge Frau: "Das hat mir sehr geholfen." Heimleiterin Daniela Montegna war von der Praktikantin begeistert: "Wir waren richtig traurig, als Jennifer das Praktikum beendet hat. Wir haben hier auch mit Alter, Krankheit und Tod zu tun. Das ist eine Herausforderung. Es ist schwierig, junge Menschen für die Altenpflege zu begeistern. Dabei sind die Berufsaussichten bestens. Wer den Abschluss schafft, hat eine feste Stelle."

Die positive Rückmeldung habe Jennifer Raberger gut getan und sehr motiviert, hat Beermann beobachtet. Auch von ihrer Familie bekam sie viel Unterstützung. Ihr Freund habe eine Oma, die an Demenz leidet, erzählt Jennifer: "Ich kann ihm Tipps geben. Meine Mutter hat sich sehr gefreut: Sie wollte auch immer Altenpflegerin werden. Und meine Oma Dagmar (84) hat sich sehr für mich gefreut." 34 junge Leute werden in dem Programm "Zukunft aktiv gestalten" betreut, berichtet Beraterin Dorothee Mittelbach-Weichler. Den wenigsten können sie und ihre Kollegen so schnell helfen wie Jennifer Raberger: "Drei Teilnehmer machen jetzt eine betriebliche Ausbildung, sieben besuchen ein Berufskolleg oder andere Maßnahmen." Viele haben gleich einen ganz Sack voller Probleme: kein Schulabschluss, Lehre geschmissen, Schulden, Suchtprobleme. Mittelbach-Weichler und ihre Kollegen helfen den jungen Leuten, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bringen: "Wir begleiten die Jugendlichen, versuchen ihr Vertrauen zu gewinnen, vermitteln Hilfen und kontrollieren, ob das auch klappt." Mittelbach-Weichler schwört auf Hausbesuche: "Auf diese Weise habe ich schon viele Jugendliche erreicht, die ich sonst nie zu Gesicht bekommen hätte." Das Besondere an dem Modellprojekt des Europäischen Sozialfonds ist: Die Sozialarbeiter können sich um jeden Einzelnen intensiv kümmern - und das auch über einen längeren Zeitraum.

Quelle: RP
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